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Gedenken an Zweiten Weltkrieg

Ein Massaker überschattet Warschaus Solidarität mit Kiew

Freiluftausstellung in Warschau zum Ukraine-Krieg. Polen zählt zu den engsten Verbündeten Kiews – trotz dunkler Schatten in der gemeinsamen Vergangenheit.
Freiluftausstellung in Warschau zum Ukraine-Krieg. Polen zählt zu den engsten Verbündeten Kiews – trotz dunkler Schatten in der gemeinsamen Vergangenheit.IMAGO/NurPhoto
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Polens Präsident legte einen Kranz für die Polen nieder, die 1943 von ukrainischen Nationalisten ermordet worden waren. Die russische Attacke auf die Ukraine verstärkt den Wunsch nach Versöhnung.

„Dort, wo Karabiner und Heugabeln lagen, wurde nun ein Brot hingetan, wurden Hände ausgestreckt, um zu helfen“, sagt Andrzej Duda. Polens Staatspräsident legte am Montag in Warschau auf dem symbolischen Friedhof für die Opfer des Massakers von Wolhynien einen Kranz nieder.

Der 79. Jahrestag des Wolhynien-Blutbades und das Gedenken an die weiteren Auseinandersetzungen zwischen Polen und Ukrainern 1943/44 fällt in eine besonders schwierige Zeit. Vor mehr als vier Monaten wurde das östliche Nachbarland Polens von Russland angegriffen. Polen hat seither über drei Millionen ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Es ist nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Waffenlieferant für die Ukraine. Für den Jahrestag des Wolhynien-Massakers waren deshalb russische Raketenangriffe in Grenznähe erwartet worden, aber auch Aktionen im Internet. Denn Russland liegt viel daran, die polnisch-ukrainische Solidarität zu stören. Und das Wolhynien-Massaker von 1943 eignet sich dafür wie kein zweites historisches Ereignis.

Mit Heugabeln zu Tode gefoltert

Am „Blutsonntag“ des 11. Juni 1943 waren nahe der heutigen ukrainischen Gebietshauptstadt Lutzk mehr als 100 mehrheitlich von Polen bewohnte Dörfer von Nationalisten der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) überfallen und Tausende mehrheitlich wehrlose Zivilisten ermordet worden.