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Kolumne

Es gibt Hoffnung fürs Theater – und für sein Publikum

Immer mehr Kommentatoren schließen sich der Kritik an Pseudodiskurs und „postdramatischem Tingeltangel“ im Theater an.

Das Sprechtheater hat sich von der Pandemie auffallend schlecht erholt, schlechter als Oper und Konzerte. Das legt nahe, dass es zumindest teilweise selbst schuld am – schon vor der Virus-Offensive eingetretenen – Publikumsschwund ist. Das befand die „Presse“ anlässlich der heuer besonders schwachen und entsprechend schwach besuchten Wiener Festwochen; andere Medien, etwa der „Kurier“, urteilten ähnlich.

Doch es kam auch Kritik an der Kritik: Der Rückgang der Zuschauerzahlen sei unabwendbar, erklärte der deutsche Dramaturg und Journalist Uwe Mattheiß, in Wien am ehesten bekannt als Theoretiker der wenig erfolgreichen städtischen Theaterreform, auf der ersten Kulturseite des „Standard“ – und analysierte geradezu apokalyptisch: „Die Ära eines Bildungsbürgertums, das sich seit dem späten 18. Jahrhundert über die Institutionen einer ,Hochkultur‘ definiert, scheint nach langem stillem Siechtum beschleunigt zu Ende zu gehen. Das muss kein Verlust sein.“
Ebenso ungnädig zauste der Theaterkritiker des „Falter“ das von den Festwochen enttäuschte „Wiener Bildungsbürgertum“: Es sei „bequem und ungeduldig geworden“ und wolle einfach „nicht wahrhaben, dass Diskurse gerade psychologisches Schauspiel immer mehr ersetzen“.