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Gastkommentar

Keine Panik auf der Titanic

Energiekrise. Statt Erziehungsarbeit zu leisten, sollten Politiker Bedingungen schaffen, damit es genug Gas gibt.

Dr. Georg Vetter (geboren 1962) ist Anwalt. Er war Mitglied des Teams Stronach, wechselte 2015 in den Parlamentsklub der ÖVP, schied 2017 aus dem Nationalrat aus.

Langsam spricht es sich herum, dass wir auf einen Eisberg zusteuern. Neben den Folgen der Pandemie leiden wir an einem Wirtschaftskrieg, dessen Frontlinie quer über unsere Gas- und Stromrechnungen verläuft. Der Ruf nach einer Art Kriegswirtschaft wird lauter. Gas und Strom sollen rationiert, Löhne und Preise gesetzlich geregelt, Gewinne abgesaugt und Boni verteilt werden.

Die Kriegsziele der Friedensgemeinschaft sind bisher weit verfehlt worden und die EU arbeitet an weiteren Sanktionspaketen. Solche Wirtschaftssanktionen haben in der Geschichte selten die gewünschte Wirkung gezeigt und schon Napoleon scheiterte mit seiner Kontinentalsperre. Dass die russische Föderation auf unseren Wirtschaftskrieg reagiert, dürfte die Politik in Europa überrascht haben. Der Rubel ist stark wie selten zuvor und die von ihren Jachten befreiten Oligarchen erweisen sich als alles andere denn als wirkungsvolle Opposition. Gas hingegen könnte bei uns bald knapp werden.
Dass die USA und teilweise Russland derzeit zu den Kriegsgewinnern zählen und in Europa die eigene Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen wird, erscheint nebensächlich. Kritische Stimmen aus Industrie und Wirtschaftskammer oder dem Nachbarland Ungarn werden eher in die Nähe des Verrats gerückt. Ähnlich ergeht es jenen, die zum Frieden aufrufen.