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Interview

"Wer nichts gelernt hat, wird bei der nächsten Krise bestraft"

Die Automobilwirtschaft ist in Sachen Automatisierung ganz vorne - und dennoch hat sie Aufholbedarf.
Die Automobilwirtschaft ist in Sachen Automatisierung ganz vorne - und dennoch hat sie Aufholbedarf.VCG via Getty Images
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Sami Atiya, der Robotik-Chef des Technik-Riesen ABB, glaubt nicht an ein Ende der Globalisierung. Aber den Trend, dass Unternehmen ihre Produktion in den Heimatmarkt oder in die Nähe davon zurückverlagern, beobachtet auch er.

Die Presse: In welchen Branchen ist der Aufholbedarf in Sachen Automatisierung am größten, und welche Branchen sind Vorreiter?

Sami Atiya: Die Automatisierung hat traditionell mit der Automobilindustrie angefangen, dort haben wir früher fast 60 Prozent unseres Umsatzes gemacht. Mit dem Aufstieg der E-Mobilität erfindet sich die Automobilindustrie gerade neu und muss noch rascher auf sich ändernde Kundenbedürfnisse reagieren. Die Lösung ist noch mehr flexible Automatisierung, etwa in der Batterieproduktion. In anderen Bereichen der Industrie ist die Automatisierung nach wie vor deutlich geringer. Was derzeit sehr stark kommt, ist zum Beispiel die Logistik, das Thema E-Commerce boomt. Wir haben deshalb ein spanisches Unternehmen gekauft, das autonome Transportfahrzeuge herstellt.

Und am weitesten zurück ist?

Der Gesundheitssektor.

Sie meinen Spitäler?

Die Automatisierung von Laboren in Spitälern ist ein großes Thema für uns. Wir haben in den USA einen Inkubator, wo wir an Lösungen arbeiten. Das Thema hat sich mit der Pandemie beschleunigt, weil der Bedarf gestiegen ist. Auf einmal war es wichtig, Tests möglichst schnell durchzuführen. Inzwischen ist auch das einer unserer Fokusmärkte. Und, das hätten wir nie gedacht, auch die Bauindustrie gehört inzwischen zu unseren Fokusmärkten.

Also Automatisierung auf der Baustelle?