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Quergeschrieben

Warum nach der Eurokrise vor der Eurokrise ist

Vieles deutet darauf hin, dass wir zehn Jahre nach der ersten Bewährungsprobe für die europäische Einheitswährung vor der zweiten stehen.

Während sich die meisten Europäer nach zwei anstrengenden Coronajahren und fast einem halben Jahr Krieg in der Ukraine auf einen mehr als wohlverdienten Sommer ohne neue Katastrophenmeldungen freuten, betätigte sich der deutsche Ökonom Werner Fuest, Chef des renommierten Ifo-Institutes, als talentierter Party-Crasher.

Als hätten wir nicht genug Krisen am Hals, prophezeite der Wirtschaftsforscher unlängst nicht weniger als eine „Rückkehr der Eurokrise“, also jener gröberen Turbulenzen vor rund zehn Jahren, als beinahe Griechenland und ein paar andere Schuldenstaaten pleitegegangen wären und das halbe europäische Bankensystem mit sich in den Abgrund gerissen hätten, mit anschließendem Kollaps des Euro als damals realistischer Möglichkeit.

Genau das brauchen wir jetzt, nach Corona, Ukraine und Inflation, als hätten wir nicht eh Sorgen genug an der Backe. Leider wird das von Fuest und anderen Ökonomen befürchtete Problem nicht dadurch verschwinden, dass wir es nicht sehen wollen, so verständlich dieses Bedürfnis auch sein mag.