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Kolumne

Ecken, Kanten, Wachkoma

Sprechblase
SprechblaseClemens Fabry
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Sprechblase Nr. 450. Warum wir uns oft mehr „edginess“ wünschen.

Sie klingen so fein, diese (d-)englischen Einsprengsel im Businesssprech: modern, aufgeschlossen und im ersten Moment freundlich. Doch selbstverständlich hat „Sprechblase“-Leserin Maria K. mit ihrer Aufforderung recht, den Englischunterricht ernst zu nehmen. Man sollte wissen, was tatsächlich gemeint ist.

Zum Beispiel klingt die Reaktion auf eine Präsentation – Achtung, Sprechblase – „Ich würde mir noch mehr ,edginess‘ wünschen“ beim ersten Hinhören beinahe wie ein Lob. Beim zweiten Hinhören aber wird man wohl etwas nervös werden: Es ist eine vernichtende Reaktion, die sich irgendwo zwischen „Ich würde mir mehr Ecken und Kanten wünschen“ und „Wie lame, rettet mich vor dem Wachkoma“ bewegt.

Doch Vorsicht: Wer sich krampfhaft bemüht, „edgy“ zu sein, wird schnell als „cringeworthy“ erlebt – und das ist sehr peinlich.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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