Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Fahrbericht

Skoda Karoq: Private Käufer wissen's besser

Eines der Autos, die eigentlich alles können. Außer Marken-Pompanz.
Eines der Autos, die eigentlich alles können. Außer Marken-Pompanz.
  • Drucken

Heißer Kandidat für den Titel des „bestmöglichen Allrounders“: Nur dünkelhafte Marken-Eitelkeit bedient der neu aufgelegte Skoda Karoq nicht. In die Tasche ist freilich schon zu greifen.

Der Skoda Karoq, frisch in zweiter Generation, steht für die fröhliche Mitte im SUV-Sortiment der Marke – wir nennen sie fröhlich und nicht golden, weil Letzteres doch stark von Budget und Platzbedarf abhängt. Zum Beispiel, ob man Siebensitzigkeit braucht, die es nur im größeren Kodiaq gibt.

Aber fröhlich stimmt diese ergiebige Schnittmenge guter Eigenschaften im Karoq allemal. Wer vom kleineren Kamiq kommt, fühlt sich darin als Aufsteiger, wer vom Kodiaq umsteigt, dem sollte kaum was abgehen, von erwähnter Einschränkung abgesehen.

Goldene Mitte

Zumal der Karoq selbst eine große Bandbreite zeigt. Es geht vom eher theoretischen Einstiegsmodell um 28.900 Euro preislich noch gut 20.000 Euro in die Höh' – dorthin, wo unser mit allerlei Extras ausgestattetes Testexemplar rangiert.

Sportline heißt der optische Trimm, mit großen Rädern, Zierteilen und Farbakzenten da und dort. Erspart das Stochern in der Aufpreisliste.
Sportline heißt der optische Trimm, mit großen Rädern, Zierteilen und Farbakzenten da und dort. Erspart das Stochern in der Aufpreisliste.PR


Theoretisch nennen wir das Einstiegsmodell deshalb, weil der Karoq so nackt kaum gekauft wird: Ergibt keinen Sinn für seine mehrheitlich privaten Käufer (eine Minderheit im Gesamtmarkt), die sich ihr Auto um ihr sauer Erspartes lieber gleich ordentlich einrichten. Wem das zu teuer ist, der kauft in aller Regel das kleinere Auto.

Nicht weniger als vier Motoren in fünf Leistungsstufen von 110 bis 190 PS stehen zur Auswahl, und bei unserem Testexemplar kann nun wirklich von der goldenen Mitte die Rede sein. Denn der 1,5-Liter-Benziner kann von allen Dingen nur eines nicht: Allrad.

Wie bei Porsche

Vier angetriebene Räder sind an die Zweiliter-Ausgaben als Benziner und Diesel gekoppelt; wer sie nicht dringend braucht, findet in dem Turbo-Vierzylinder lebhafte, aber auch genügsame 150 PS vor, nicht zuletzt durch Hightech vom Feinsten: Variable Turbinengeometrie etwa, sprich verstellbare Schaufeln des Turboladers, was wegen der hohen Temperaturen sehr aufwendig und uns bei Benzinern sonst nur vom Porsche Turbo bekannt ist. Oder Zylinderabschaltung, die zwei der vier Brennräume bei Nichtbedarf ruhen lässt. Nicht brandneu, aber überaus bewährt, weshalb man es nachsehen kann, dass teure Technologie wie Mild-, Vollhybrid oder PHEV für den Karoq nicht zu haben ist.

Sinnvollerweise ist der Motor mit DSG kombiniert, man würde es nicht anders haben wollen. Es ist immer noch und immer wieder eine Freude, wie geschmeidig, schnell und effizient das Getriebe Leistung und Drehmoment des Antriebs verwaltet.


Mit einem Ruck am Wählhebel ist der Sportmodus aktiviert, der Gänge länger ausdrehen lässt und dem Motor ein anregend knurrendes Betriebsgeräusch entlockt. Aber auch ohne wartet kerniger Durchzug jederzeit auf Abruf.

Zum dauerhaften Besetzen der Überholspur ist das Auto nicht gebaut, aber für einen flotten Schnitt auf der Langstrecke, der einen beim Tanken nicht aus den Schuhen hebt, ist der Karoq mehr als qualifiziert. Die Wind- und Abrollgeräusche sind bei hohem Tempo gering, was für gute Dämmung, Verarbeitung und Aerodynamik spricht. Kriterium für die Langstrecke ist weiters echter Sitzkomfort (vorhanden) und Ergonomie, zu der wir auch die Bedienung des Bordsystems zählen. Die gibt keine Rätsel auf und hält Momente der Ablenkung – das Tippen, Scrollen und Wischen auf dem Bildschirm – kürzestmöglich. Schade nur, dass unser Navi die Ausgabe von Echtzeit-Verkehrsinformation ebenso verweigert hat wie eine Auflistung von Tankstellen am Weg. Ach so, muss man extra erwerben.

Hinter der Klappe: Ein richtig großer Kofferraum, auf den man bei der Marke schon traditionell setzen kann.
Hinter der Klappe: Ein richtig großer Kofferraum, auf den man bei der Marke schon traditionell setzen kann.PR

Der Karoq in zweiter Auflage hat sich äußerlich hübsch herausgeputzt, umso mehr, als von der Variante Sportline die Rede ist, 19-Zoll-Räder wirken da keineswegs dick aufgetragen, und alles Dekor ist stimmig angebracht. Um seinen privaten Käufern zu gefallen, nicht um groß aufzufallen.

Skoda Karoq Sportline TSI DSG

Maße L/B/H 4384/1841/1608 mm. Radstand 2638 mm.
Leergewicht 1417 kg. Ladevolumen 521 bis max. 1630 Liter.
Motor R4-Zylinder-Otto-Turbo, 1498 ccm. Leistung max. 110 kW (150 PS) bei 5000-6000/min. Max. 250 Nm bei 1500-3500/min.
Vmax 210 km/h. 0-100 km/h in 8,9 sec.
Vorderradantrieb. Siebengang-DSG.
Testverbrauch 6,7 l/100 km.
Preis ab 39.760 Euro (Sportline).