Song der Woche

Geronimo, beinahe geflüstert

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Kayus Bankole, Graham „G.“ Hastings und Alloysious Massaquoi teilen ihre Vornamen mit ihren Vätern. Für ihr Debütalbum „Dead“ bekamen sie 2014 den Mercury Prize.

Young Fathers: „Geronimo“. US-Fallschirmspringer schreien den Namen des Indianerhäuptlings, ehe sie aus dem Flugzeug springen. „Those who wish to follow me/I welcome with my hands“, sang Elton John über Geronimo in „Indian Sunset“, das von Tupac Shakur in „Ghetto Gospel“ gesampelt wurde. Ein besiegter Held als Vorbild dafür, mutig zu sein trotz Todesgefahr. Nicht gerufen, fast geflüstert wird der Name in „Geronimo“ vom schottischen Trio Young Fathers, dem ersten neuen Song seit über vier Jahren. Er erinnert an Massive Attacks Trip-Hop-Klassiker „Intertia Creeps“. Stetig tönen die Trommeln, wie Schienenstöße auf einer langen Geraden. Dabei ist „Geronimo“ deutlich ruhiger, als man es vom Trio gewohnt ist. Der Song handle von Kontrasten, erklärt die Band. „Get on, get off, Geronimo“, singen sie. Komm her, geh weg. Sollen sie ins Rampenlicht zurückkehren oder nicht? Na hoffentlich schickt Geronimo Mut.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar und Heide Rampetzreiter („Die Presse“) sowie Michaela Pichler und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2022)


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