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Krieg

Russland will Ukraine-Offensive weiter verstärken

Russischer Raketen-Angriff auf ein Warenhaus in Odessa.
Russischer Raketen-Angriff auf ein Warenhaus in Odessa.APA/AFP/OLEKSANDR GIMANOV
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Schwerpunkt des Kriegsgeschehens ist weiter der Osten, Ziel der Angriffe waren unter anderem Charkiw und Donezk. Das russische Militär gibt an, von den USA und anderen Nato-Staaten gelieferte Waffen zerstört zu haben.

Kiew. Russland bereitet die nächste Phase im Ukraine-Krieg vor und will seine Offensive weiter verstärken: Bei einer Inspektion von Truppen, die am Krieg beteiligt sind, kündigte Verteidigungsminister Sergej Schoigu laut seinem Büro „eine Ausweitung der Angriffe“ an. Datum und Ort von Schoigus zweitem Besuch der Einsatzkräfte ließ das Ministerium offen.

Russland verstärkt bereits seit Tagen seine Raketen- und Artillerieangriffe. Ziele waren am Wochenende unter anderem Städte in den Regionen Charkiw im Nordosten, Donezk im Osten sowie Mykolajiw und Nikopol im Süden.

Der Generalstab in Kiew teilte am Sonntag mit, es habe in der Umgebung der Stadt Slowjansk im östlichen Gebiet Donezk massiven russischen Artilleriebeschuss auf militärische und auf zivile Infrastruktur gegeben. Auch in Richtung der Orte Siwersk und Bachmut im Gebiet Donezk habe das russische Militär erneut massiv mit Artillerie gefeuert. Dutzende Ortschaften seien betroffen gewesen. „Angesichts der großen Verluste in den eigenen Reihen ist die Mehrheit der Einheiten der Besatzungsstreitkräfte in einem sehr schlechten moralisch-psychologischen Zustand und sucht nach einer Möglichkeit, der Teilnahme an den weiteren Kampfhandlungen zu entgehen“, hieß es im Bericht des ukrainischen Generalstabs. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Zudem nutzen russische Truppen das Areal des AKW Saporischschja für Raketenangriffe auf die benachbarte Region Dnipropetrowsk, so der Leiter der ukrainischen Atomenergiebehörde, Petro Kotin. Die Situation im Kraftwerk sei „extrem angespannt“ und verschärfe sich täglich. Es ist seit März von der russischen Armee besetzt.

Das russische Militär gab unterdessen an, von den USA und anderen Nato-Staaten gelieferte Waffen zerstört zu haben. In Odessa sei ein Depot mit Harpoon-Raketen und im Gebiet Donezk ein von den USA gelieferter Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars vernichtet worden. Experten weisen darauf hin, dass die Himars-Systeme nur schwer zu orten und zu zerstören seien. Die Harpoon-Raketen wurden nach ukrainischen Angaben zuletzt immer wieder gegen die russische Kriegsmarine eingesetzt. Als erfolgreich bezeichneten die Ukrainer auch den Einsatz von Himars.

 

Gefahr für russische Truppen

Moskau nimmt laut britischen Geheimdienstexperten die Gefahr für seine Truppen durch Gegenoffensiven der Ukrainer ernst. Es verstärke deshalb seine defensiven Positionen im Süden. Das beinhalte die Bewegung von Personal, Material und defensiver Vorräte zwischen Mariupol und Saporischschja sowie in Kherson. Verstärkt werden zudem Sicherheitsmaßnahmen in der besetzten südukrainischen Stadt Melitopol. Angesichts des akuten Personalmangels russischer Truppen zeige dies, wie ernst die Russen die Gefahr durch eine Gegenoffensive nähmen, so das Fazit der Experten.

(ag.)