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Interview

Virologe Bergthaler: Debatte um Aus für Quarantäne verfrüht

Andreas Bergthaler ist Virologe und Gecko-Mitglied, soeben wurde eine von ihm geleitete Studie zu Abwasseranalysen publiziert.Die Presse/Clemens Fabry
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Die wissenschaftlichen Diskussionsprozesse zur Aufhebung der Isolationspflicht für positiv Getestete seien noch nicht abgeschlossen und gehörten abgewartet. Letztlich handle es sich dabei aber um eine politische Entscheidung.

„Ich bin da tendenziell vorsichtig, so eine Maßnahme scheint mir verfrüht“, sagt Virologe Andreas Bergthaler über die Debatte rund um die Aufhebung der Isolationspflicht für Infizierte. „Covid-19 ist immer noch eine anzeigepflichtige Erkrankung, und ich sehe im Hinblick auf vulnerable Mitmenschen und offene Fragen hinsichtlich Long Covid wesentliche Gründe, dem Virus die Weiterverbreitung nicht unkontrolliert zu ermöglichen.“

Bergthaler ist Professor für Molekulare Immunologie und Leiter des Instituts für Hygiene und Angewandte Immunologie am Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie an der Medizinischen Universität Wien. Er forscht auch am CeMM, dem Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, und ist Mitglied der Krisenkoordination Gecko. Am Montag wurde eine von ihm geleitete Studie zu Abwasseranalysen (siehe Kasten unten) publiziert.

Der Virologe im Interview.

Die Presse: Aus Ihrer Studie geht hervor, dass Abwasseranalysen präzise Ergebnisse liefern und damit nicht nur einen guten Überblick über das epidemiologische Geschehen ermöglichen, sondern auch über die Verbreitung von Varianten, da die Viruspartikel auch sequenziert werden. Was bedeutet das nun – abgesehen davon, dass sie eine sinnvolle Ergänzung zu Tests darstellen?