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Leitartikel

Energiepreisdeckel: Hoffentlich ist es nicht der Deckel von Pandoras Büchse

Auch Österreich wird nun wohl eine staatliche Deckelung der Energiekosten bekommen. Diese muss aber beim Ausmaß und zeitlich begrenzt werden.

Ende Juni machte die Regierung Ernst. Aufgrund der rasanten Preissteigerungen führte sie einen Preisdeckel für Benzin ein. Der Liter dürfe abseits der Autobahnen nicht mehr als 1,8 Euro je Liter kosten – etwa der Preis, der zu diesem Zeitpunkt im Großhandel zu bezahlen war. Zwei Wochen später konnte man die Folgen dieser Politik sehen. Glückliche Autofahrer? Mitnichten. Eher Autofahrer, die lang nach einer offenen Tankstelle suchen müssen. Denn vor allem kleine Tankstellen machten reihenweise dicht, da sie beim Treibstoffverkauf einen Verlust einfuhren. Geschehen ist das Ganze übrigens nicht in Venezuela oder Kuba, sondern im EU-Mitgliedsland Kroatien.

Dieses Beispiel zeigte eindrucksvoll, warum Ökonomen fast immer von staatlichen Eingriffen in die Preisgestaltung abraten. Das führe nur zu Marktverzerrungen, Versorgungslücken und im schlimmsten Fall zu einem parallelen Schwarzmarkt, in dem der „echte“ Preis zu zahlen ist. Dennoch lässt man sich auch 200 Kilometer nördlich von Zagreb nicht davon beirren. So forderte Kärntens Landeshauptmann, Peter Kaiser (SPÖ), am Montag, dass es für bestimmte Produkte eine amtliche Preisregelung geben soll. Ähnliche Aussagen kamen von der Gewerkschaftsspitze. Und auch aus ÖVP-geführten Ländern wurden zuletzt die Stimmen lauter, dass die Regierung handeln und die Energiekosten begrenzen müsse.