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Interview

Wie Welser-Möst Puccinis Ehre retten will

„Der Verbrauch an Taschentüchern wird sehr hoch werden“, prophezeit Welser-Möst
„Der Verbrauch an Taschentüchern wird sehr hoch werden“, prophezeit Welser-Möst(c) Caio Kauffmann
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Der Opern-Dreiteiler „Il trittico“ wird bei den Salzburger Festspielen ab 29. Juli in provokanter Reihenfolge zu hören sein – wird er dort auch vom Kitschvorwurf befreit? Dirigent Welser-Möst erzählt der „Presse“, wie er das schaffen will.

Ich vermute sehr, dass der Verbrauch an Taschentüchern am Ende sehr hoch sein wird“, sagt Franz Welser-Möst lachend und bringt damit seine persönlichen Erfahrungen von einer Probe zur Salzburger Festspielpremiere von Puccinis „Trittico“ auf den Punkt. Das Finale der „Schwester Angelika“ habe jedenfalls alle Beteiligten zu Tränen gerührt, „ausgenommen Asmik Grigorian“, sagt Welser-Möst, „denn die hat in diesem Moment wirklich viel zu tun.“

„Suor Angelica“, das zentrale Werk des sogenannten Triptychons von Puccini, gilt als eine der heikelsten Aufgaben des Opernrepertoires. „Der Vorwurf des Kitschs liegt immer in der Luft“, sagt der Dirigent, auf die notorische Reaktion von Musikfreunden angesprochen. Puccini im Allgemeinen und die „Schwester Angelika“ im Besonderen stehen unter dem Verdacht der Rührseligkeit. Dem wollen die Festspiele entschieden entgegenwirken. Für Asmik Grigorian, die anno 2018 in Salzburg mit „Salome“ über Nacht zum Weltstar wurde, hat man den Opern-Dreiteiler ins Programm genommen und dessen Mittelstück sogar an den Schluss gerückt.