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Fußball

Hütteldorfer Visionen und Rapids Illusionen

SOCCER - OEFB Cup, Treibach vs Rapid
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Rapid wähnt sich vor dem Saisonstart finanziell gut aufgestellt, zehn Neuzugänge sollen das Niveau heben und den SCR, der seit 2008 ohne Titel mitläuft, zumindest in die Conference League und in die Meisterrunde führen.

Wien. In Hütteldorf herrscht wieder eine angenehme Aufgeregtheit. Der Start in die neue Bundesliga- und Europacup-Saison steht an, die Neuzugänge sind halbwegs integriert, Abgänge ohnehin längst verdaut und Trainer Ferdinand Feldhofer guter Dinge, dass sich eine derart verkorkste Saison nicht mehr wiederholen dürfte. Zur Erinnerung: Rapid beendete die vergangene Saison als Fünfter und schaffte den Sprung in die Europacup-Qualifikation erst über das Playoff. Als Erfolg ist das eher nicht zu verkaufen, dennoch: am Donnerstag (19 Uhr) ist Lechia Gdansk aus Polen in der zweiten Qualifikationsrunde der erste Gegner.

Weil man mit sportlichen Errungenschaften schwer aufwarten kann, der letzte Meistertitel gelang 2008, der letzte Cup-Sieg 1995, ist Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek stets besonders darum bemüht, wirtschaftliche Fortschritte voranzustellen. Da kann Österreichs populärster Klub auch durchaus punkten, die Spielzeit 2021/22 wurde mit einem Umsatz von rund 45 Millionen Euro und einem „deutlichen Jahresgewinn“ abgeschlossen. Zudem verfüge man über das höchste Eigenkapital der Vereinsgeschichte.

Kein Landeplatz für Pleitegeier

Die Zahl der Club-Mitglieder stieg während Corona stark an und liegt derzeit bei 16.400, rund 10.000 Abos wurden für die Saison verkauft. Das aktuelle Geschäftsjahr ist laut Peschek folglich ausfinanziert. Die Teilnahme an der Gruppenphase zur Conference-League ist nicht mit budgetiert.

Die zufriedenstellende wirtschaftliche Situation fand unter anderem in Transfertätigkeiten ihren Niederschlag, in den vergangenen Wochen stießen zehn neue Spieler (u. a. Bajić, Burgstaller, Greil, Kerschbaum, Koscelník, Kühn) dazu. Fünf Spieler wurden abgegeben. „Wir haben einen ordentlichen Betrag in die Hand genommen, um eine schlagkräftige Truppe aufzustellen“, so Peschek. „Wir haben ein starkes Fundament geschaffen und sind sportlich und wirtschaftlich zuversichtlich.“ Gleichzeitig warnte der Wiener jedoch auch. Nicht alles sei in Butter, Corona, hohe Inflation und drohende Energieknappheit belasten die Gedanken auf dem Fußballplatz. Aber: „Der Pleitegeier darf nie mehr über Hütteldorf fliegen!“

Für die Zukunft scheinen ebenso viele Weichen gestellt. Das zehn Millionen Euro teure neue Trainingszentrum finanzierte der Verein fast zur Gänze selbst, die Stadt Wien beteiligte sich mit der Errichtung eines Übungsplatzes. Zudem ließen die Hütteldorfer den Rasen im Allianz Stadion komplett tauschen, ein Nebenplatz der Arena bekam auch ein neues Grün.

Bis einmal alles „flutscht“

Für die Rahmenbedingungen ist gesorgt, nur an der Übermacht der Salzburger sieht man kein Umhinkommen. Sport-Geschäftsführer Zoran Barišić bat dahingehend um Geduld. „Wir haben eine komplette Neuaufstellung unserer Mannschaft, da muss jetzt einmal alles zusammengefügt werden, damit alles flutscht. Dann bin ich überzeugt, dass wir attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen.“
Über Modus, Teilung der Tabelle und Punktehalbierung wurde auch „gemotschkert“, die Frage der Attraktivität kann der Verein aber nur selbst beantworten. Am Sonntag erwartet Rapid zum Auftakt SV Ried.

(fin)