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Versorgung

Gasembargo würde in Österreich bis zu 16 Milliarden Euro vernichten

Archivbild: Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 in Mecklenburg-Vorpommern.
Archivbild: Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 in Mecklenburg-Vorpommern.APA/dpa/Jens Büttner
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Ein Lieferstopp könnte die heimische Wirtschaft 4,2 Prozent vom BIP und 75.000 Jobs kosten.

Die Wartung der Nord Stream 1 ist vorbei, aber was macht Wladimir Putin? Dreht der Kremlchef Europa den Gashahn wieder auf oder versiegen die Importe? Ein kompletter Lieferstopp hätte drastische Folgen: manche Industriebetriebe müssten ihre Produktion stilllegen, viele andere Unternehmen und Haushalte ihren Verbrauch reduzieren. Die wirtschaftlichen Einbußen könnten sich auf bis zu 16,1 Milliarden Euro summieren, sagt Marcell Göttert von der Agenda Austria.

Der Ökonom hat sich auch angesehen, welche Folgeeffekte der Gasmangel in Deutschland für die heimischen Zulieferer hätte. Doch trotz der engen Verflechtung mit der Bundesrepublik kommen Österreich vor allem die direkten Folgen teuer zu stehen. Im besten Fall (Gasbedarf wird weitgehend über andere Importe und Speicher gedeckt) würde die Volkswirtschaft in den nächsten zwölf Monaten 4,2 Mrd. Euro und 20.000 Jobs verlieren. Deutschland hätte in diesem Szenario keine Einbußen zu beklagen. Im schlechtesten Fall (40 Prozent des Gasbedarfs fällt weg) steigen die Kosten auf 16,1 Milliarden Euro. Die Wirtschaft würde um 4,2 Prozent langsamer wachsen, und so in der Rezession landen. 75.000 Jobs wären weg. Deutschlands Anteil an der Misere wäre mit 700 Mio. Euro verhältnismäßig klein.

Das liegt einerseits daran, dass vor allem die Chemie- und Metallbranche betroffen wären, wo Österreich nicht so stark engagiert ist. Zudem hilft den heimischen Exporteuren die Diversifizierung der Absatzmärkte. Die Gaskrise wütet in erster Linie in Europa. In den USA und Teilen Asiens dürfte das Geschäft auch im nächsten Winter weiterlaufen wie bisher.

(APA/dpa)