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Teuerung

100 statt 130 km/h: VCÖ will Temporeduktion auf Autobahnen

Ein PKW, der statt 130 nur 100 km/h fährt, verbraucht 23 Prozent weniger Sprit.Die Presse/Clemens Fabry
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"Tempolimits kosten wenig, sind schnell eingeführt und haben einen großen Nutzen“, sagte Michael Schwendiger von der Verkehrorganisation.

Die Mobilitätsorganisation VCÖ begrüßt den Vorschlag des Kärntner Landeshauptmannes Peter Kaiser (SPÖ), die Tempolimits zu reduzieren. "Niedrigere Tempolimits sind eine Maßnahme, die einfach und schnell umsetzbar sind, wenig kosten, aber einen sehr großen und vielfachen Nutzen bringen", sagt Michael Schwendinger vom VCÖ.

„In der momentanen Situation geht es darum, Energie zu sparen, wo immer es möglich ist", meint Schwendinger. Ein Tempolimit sei hier ein einfacher, aber wirksamer Schritt. Einer Studie des Umweltbundesamtes zufolge würde ein PKW, der statt 130 nur 100 km/h fährt, 23 Prozent weniger Sprit verbrauchen. Für Freilandstraßen spricht sich der VCÖ für Tempo 80 statt 100 aus.

Auch niedrigerer CO₂-Ausstoß

Analog dazu sinkt auch der CO₂-Ausstoß. Ein Pkw, der bei 130 km/h sieben Liter pro 100 Kilometer verbraucht, benötigt bei Tempo 100 nur 5,4 Liter. Oder anders formuliert: Mit einer 50 Liter Tankfüllung kommt dieser Pkw mit Tempo 130 714 Kilometer, mit Tempo 100 hingegen 925 Kilometer.

Der Sachstandsbericht Mobilität des Umweltbundesamtes habe für das Jahr 2019 bei einer Temporeduktion auf 100 km/h das österreichweite Reduktionspotenzial mit 460.000 Tonnen CO₂ angegeben. Das entspreche einer Reduktion des Spritverbrauchs um rund 180 Millionen Liter pro Jahr und einer Ersparnis bei heutigen Spritpreisen von 360 Millionen Euro, erklärt Schwendinger.

Schon 1973 wurde unter dem damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky als Reaktion auf die erste Ölkrise ein temporäres Tempolimit von 100 km/h eingeführt. "Wir befinden uns heute in einer noch größeren Energiekrise, gleichzeitig in einer sich verschärfenden Klimakrise. Wir müssen alle Möglichkeiten des Energiesparens nutzen, um die gefährliche Abhängigkeit von fossilen Energieimporten - und dazu zählen auch die Erdölimporte - zu reduzieren", sagt Schwendinger.

 

(APA)