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Leitartikel

Endlich Zinsen! Eine visionäre Geldpolitik schaut aber anders aus

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Die Europäische Zentralbank hat die Zinserhöhungsphase eingeleitet – weitaus später als andere Notenbanken.APA/AFP/DANIEL ROLAND
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EZB und Staaten können Pandemie, Kriege und Spekulation nicht verhindern. Aber sie können den Umgang damit erleichtern.

Als US-Präsident Richard Nixon vor 51 Jahren die Goldbindung des Dollar aufhob, gab er internationalen Spekulanten die Schuld. Diese würden den Dollar massiv angreifen, sodass sich Nixon zu diesem Schritt gezwungen sah. Tatsächlich hatten die USA zu viel Geld gedruckt, um ihrer Verpflichtung, jederzeit Dollar gegen Gold zu tauschen, nachkommen zu können. Und natürlich hatte diese Tatsache auch Spekulanten auf den Plan gerufen, die gegen den Dollar wetteten.

Waren nun wieder Spekulanten am Werk, diesmal in der Eurozone? Haben sie die Renditen italienischer Staatsanleihen „ungerechtfertigt“ hoch steigen lassen, wie einige in der EZB meinen? Ein weiterer Renditeanstieg könnte dem südeuropäischen Land jedenfalls die Neuverschuldung erheblich erschweren – erst recht in der turbulenten Phase nach dem Rücktritt von Premier Mario Draghi.

Weswegen sich die EZB auch den Kampf gegen die „Fragmentierung“ auf die Fahnen geheftet hat. Sprich: Italien darf wohl höhere Zinsen zahlen als Deutschland, „ungerechtfertigt“ groß darf die Differenz aber nicht werden. Deswegen führt die EZB ein Krisenprogramm ein, mit dem sie auf dem Anleihemarkt eingreifen kann, sollten die Finanzierungskosten der einzelnen Euroländer zu stark auseinanderlaufen.