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Flow

Wenn man beim Arbeiten das Essen vergisst

Im Flow kommt es zum tiefen Verschmelzen mit einer Aufgabe
Im Flow kommt es zum tiefen Verschmelzen mit einer Aufgabe(c) Gary Yeowell
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Um im Job Höchstleistungen zu erbringen, muss man am Management des Moments arbeiten.

Lang anhaltende Konzentration für eine Tätigkeit aufzubringen, in der man sich weder über- noch unterfordert fühlt: Dadurch zeichnet sich der Flowzustand aus. Dabei kann es sogar passieren, auf Essen und Trinken zu vergessen. Außengeräusche und Störfaktoren werden ausgeblendet, sagt Wirtschaftspsychologe Florian Becker, denn es komme zu einem „tiefen Verschmelzen mit der Aufgabe oder Tätigkeit“.

Um in den Flowtunnel zu gelangen, sei es erforderlich, sich nur mit einer Tätigkeit zu beschäftigen, sagt er. Multitasking hingegen verhindere, in einen Flow zu kommen. „Parallel zu arbeiten ist schlecht für unser Gehirn, dafür ist es nicht ausgelegt. Bearbeitet man drei Aufgaben gleichzeitig, ist man bei keiner gänzlich fokussiert.“ Aus motivationspsychologischer Sicht führe es lediglich dazu, sich schnell unter Druck gesetzt zu fühlen und ausgebrannt zu sein.

Flowkanal statt Tunnelblick

Nur wenn die Herausforderung optimal zu den Fähigkeiten passt, könne man in einen Flowkanal gelangen, bestätigt auch der Sportpsychologe und Extremläufer Michele Ufer: „Man kann den Flow im Alltag – beispielsweise beim Sport – auch im Job erreichen. Es handelt sich dabei um ein fließendes Kontinuum und könne nicht einfach an- und ausgestellt werden.“

Zu unterscheiden sei zwischen Mikro- und Deep-Flow: „Im Deep-Flow hat der Tennisspieler das Gefühl, dass der Schläger zum Körper gehöre, oder der Programmierer denkt, in einem Meer aus Codes zu schwimmen. Man ist völlig eins mit der Situation. Im Mikro-Flow ist es ähnlich, aber man verliert nicht das Gefühl für Raum und Zeit“, sagt er. Fakt ist: Je intensiver man in diesem Flow ist, desto leistungsfähiger ist man – im Sport und bei der Arbeit.