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Krise

Der italienische Patient ist zurück

Der Umgang mit der italienischen Staatsverschuldung könnte für die ganze Eurozone noch zu einem Kraftakt werden.
Der Umgang mit der italienischen Staatsverschuldung könnte für die ganze Eurozone noch zu einem Kraftakt werden.(c) REUTERS (Alessandro Bianchi)
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Nach 17 Monaten Reformregierung unter Mario Draghi steht Italien wieder einmal im politischen Chaos. Keine gute Nachricht für die anderen Mitglieder der Eurozone.

Als Mario Draghi am Donnerstagvormittag beim italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella seinen Rücktritt als Premierminister Italiens einreichte, war seine Regierung seit 524 Tagen im Amt. Damit gibt es Ende September nun Neuwahlen – früher als zum nächsten regulären Wahltermin im Frühjahr 2023. Dennoch hielt sich Draghis Regierung länger als der Durchschnitt. So verbrauchte das Land seit seiner Neugründung als italienische Republik im Jahr 1946 bisher 67 Regierungen. Und das in 76 Jahren. Im Schnitt hielt eine Regierung in Italien somit 414 Tage.

Italien ist also neuerlich dort, wo es sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder befand: im politischen Chaos, in dem eine zersplitterte Parteienlandschaft dazu führt, dass es keine klaren Mehrheiten gibt und daher regelmäßig große Bündnisse von ideologisch sehr verschiedenen Spielern versucht werden, die oft bereits kurz nach ihrer Angelobung wieder zum Scheitern verurteilt sind. Selbst dann, wenn an der Spitze ein parteifreier und international anerkannter Experte wie der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi steht.