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Italien

Die Rückkehr der Putin-Versteher

Alte Freunde: Wladimir Putin zu Gast bei Silvio Berlusconi. Der russische Präsident kam einst gern nach Italien, unter anderem in Berlusconis Sommerresidenz auf Sardinien.
Alte Freunde: Wladimir Putin zu Gast bei Silvio Berlusconi. Der russische Präsident kam einst gern nach Italien, unter anderem in Berlusconis Sommerresidenz auf Sardinien.(c) Alexei Druzhinin/ Picturedesk.com
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Der Kreml jubelte über die Rücktritte Boris Johnsons und Mario Draghis. In Großbritannien ist der Ukraine-Kurs nicht in Gefahr. Doch in Italien könnten künftig „Putiniani“ wie Berlusconi oder Salvini wieder den Ton angeben.

Bei Wolodymyr Selenskij gingen zuletzt die Anrufe von zwei europäischen Regierungschefs und maßgeblichen Unterstützern ein, denen es ein Anliegen war, ihm persönlich Adieu zu sagen. Dem einen hatte die eigene Partei die Gefolgschaft versagt, dem anderen verweigerten sie gleich drei Parteien. Boris Johnson und Mario Draghi, die noch im Juni separat – Italiens Premier im Trio mit Emmanuel Macron und Olaf Scholz – nach Kiew gereist waren, sicherten dem ukrainischen Präsidenten weiterhin ihre Solidarität zu.

In seiner Abschiedsrede im Unterhaus in London hat Johnson den Beistand für die Ukraine auch seinen potenziellen Nachfolgern Rishi Sunak und Liz Truss als Vermächtnis ans Herz gelegt. In Großbritannien besteht an der Kontinuität der Ukraine-Politik auch nach dem Auszug Johnsons aus der Downing Street am 6. September keinerlei Zweifel – in Italien schon eher, sollte die Rechte in Rom ans Ruder kommen. Bis weit in den Herbst hinein dürfte Draghi indes nach den Neuwahlen Ende September im Palazzo Chigi noch die Regierungsgeschäfte führen.