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Ex-Minister Faßmann kann sich akuten Lehrermangel nicht erklären

Das Verhältnis zwischen Pensionierungen und Lehramtsabsolventen habe "keinen Anlass zur Sorge" gegeben, sagt der ehemalige Bildungsminister.

Für Heinz Faßmann, bis Ende 2021 Bildungsminister auf einem ÖVP-Ticket, ist der vom aktuellen Ressortchef Martin Polaschek (ÖVP) beklagte akute Lehrermangel nicht absehbar gewesen. Bis zu seinem Ausscheiden habe das Verhältnis zwischen Abschlüssen an Pädagogischen Hochschulen, Unis und den erwarteten Pensionierungen "keinen Anlass zur Sorge" gegeben. "Dass es jetzt plötzlich einen eklatanten Lehrermangel geben soll, kann ich mir rational nicht erklären", sagt er im "Profil".

Dass zu wenige Lehrer werden wollen, führt Faßmann darauf zurück, dass es "kein einfacher Beruf" sei. Die Schüler seien in einer pluralistischen Gesellschaft sehr heterogen. "Auch manche Grundtugenden wie Aufpassen oder der Respekt vor Lehrenden sind heute weniger gegeben als früher."

In dem Interview spricht sich der nunmehrige Chef der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) außerdem für einen verpflichtenden Besuch der Sommerschule, die seit 2020 in den letzten beiden Ferienwochen stattfindet, für bestimmte Gruppen aus. "Wenn Hilfestellungen nicht verstanden werden, muss man sie manchmal verpflichtend machen", unterstützt er einen Vorstoß des Wiener Bildungsstadtrates, Christoph Wiederkehr (Neos). Dieser hat eine Verpflichtung für all jene Schülerinnen und Schüler vorgeschlagen, die wegen negativer Noten den Aufstieg in die nächste Klasse nicht schaffen würden. Faßmann kann sich dabei vorstellen, Lehrerinnen und Lehrer entscheiden zu überlassen: "Man könnte es den Lehrenden überlassen, im gutachterlichen Sinne festzustellen, wer die Hilfe nötig hat und wer nicht."

Die regelmäßigen Coronatests an den Schulen verteidigt Faßmann trotz der hohen Kosten: "Für sichere Schulen war es das Geld wert."

 

(APA)