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Literatur

Die Rettung von Shakespeares Werk

Getty Images
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1623 erschien die erste Gesamtausgabe von William Shakespeares Werk. Eine der heute noch erhaltenen Ausgaben dieser First Folio wurde soeben bei Sotheby's versteigert.

Es war zu Beginn des 17. Jahrhunderts in England alles andere als selbstverständlich, dass Dramen in einer gebundenen Gesamtausgabe gedruckt wurden. Zwar kamen zahllose Stücke auf die Londoner Bühnen, sie zählten aber nicht zur Literatur im strengeren Sinn, die man in sorgfältig gedruckten Ausgaben den Lesern präsentierte. Die Manuskripte befanden sich in den Händen von Schauspieltruppen, sie gaben sie nicht gern in fremde Hände weiter. Das Aufführungsmonopol für das jeweilige Stück drohte dann verloren zu gehen, das schmälerte die Einnahmen. Mussten aber die Theater geschlossen werden, etwa weil eine Epidemie London heimsuchte, standen die Bühnen vor dem Bankrott und verkauften die Manuskripte an geschäftstüchtige Drucker.

Das war der legale Weg, doch es gab auch trickreichere Möglichkeiten, um zu einem Text zu kommen: Nahm man früher an, dass er bei Aufführungen mitstenografiert wurde, weiß man heute, dass Schauspieler Texte aus dem Gedächtnis rekonstruierten und sich durch diese wenig solidarische Haltung eine zusätzliche Erwerbsquelle verschafften.