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Pelješac-Brücke

"Kroatischer Traum": Brücke über Adria eröffnet

Feuerwerke und Festlichkeiten gab es am Eröffnungstag. Tagsüber war die Brücke auch für schaulustige Fußgänger geöffnet.
Feuerwerke und Festlichkeiten gab es am Eröffnungstag. Tagsüber war die Brücke auch für schaulustige Fußgänger geöffnet.(c) IMAGO/Pixsell (IMAGO/Igor Kralj/PIXSELL)
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Die Pelješac-Brücke verbindet Süd-Dalmatien mit dem Rest des Landes. Es ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Landes. Finanziert wurde es maßgeblich mit EU-Mitteln, die Rede ist von einem „Symbol für europäische Werte“.

Mit einer großen Feier und einem Feuerwerk ist in Kroatien am Dienstagabend die Pelješac-Brücke eröffnet worden. Premier Andrej Plenković sprach von einem historischen Tag für Kroatien, mit dem ein nationales, strategisches und gesamtkroatisches Projekt realisiert wurde. "Wir haben den kroatischen Traum verwirklicht", sagte Plenkovic bei der Einweihungsfeier mit Blick darauf, dass die Brücke nun Süd-Dalmatien mit dem Rest des Landes verbindet.

Mit Blick auf die maßgebliche Finanzierung durch den EU-Kohäsionsfonds hob Plenković das Solidaritätsprinzip der Union hervor, der weniger entwickelten Mitgliedsländern hilft. Er betonte, dass Kroatien seine EU-Mitgliedschaft damit auf die beste Weise nützen konnte. Die Brücke sei auch ein Projekt, das Kroatien mit China verbunden habe, fügte der kroatische Premier hinzu.

Kroatiens Präsident Zoran Milanović bezog sich in seiner Rede auch auf Proteste des Nachbarlandes, die den Bau der Brücke aus Sorge um ungehinderten Meereszugang begleiteten. "Die Pelješac-Brücke wurde im Interesse Kroatiens und seiner Leute gebaut, aber niemals jemanden zum Nachteil oder zum Trotz, insbesondere nicht Bosnien-Herzegowina", sagte er.

APA/AFP/ELVIS BARUKCIC

Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Dubravka Šuica, die selbst aus dem süddalmatischen Dubrovnik stammt, gratulierte Kroatien zur erfolgreichen Fertigstellung des größten Infrastrukturprojekts, das die Union im jüngsten EU-Land finanziert hat. Für das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 525 Millionen Euro steuerte die EU aus dem Kohäsionsfonds 357 Millionen Euro bei. Die Brücke sei ein Symbol für europäische Werte, Solidarität und Unterstützung unter den EU-Mitgliedern, meinte die Vize-Kommissionschefin.

Gebaut wurde die Brücke vom chinesischen Bauunternehmen China Road and Bridge Corporation (CRCB), weshalb Chinas Ministerpräsident Li Keqiang, der sich per Videobotschaft meldete, sie als Symbol der Freundschaft zwischen China und Kroatien bezeichnete. Die Brücke spiegle auch die Zusammenarbeit zwischen China und der EU wieder, sagte Li. Er betonte weiter, dass das chinesische Bauunternehmen einen fairen Marktwettbewerb der EU für den Bau der Brücke gewonnen habe. Er drückte die Hoffnung aus, dass dieses Projekt nicht nur die Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen China und Kroatien, sondern auch zwischen China und der EU stärken wird.

Feierlichkeiten seit den Morgenstunden

Am Eröffnungstag haben die Feierlichkeiten auf den beiden Seiten der Brücke, in Komarna auf dem Festland und Brijesta auf der Halbinsel Pelješac, schon am Morgen begonnen und endeten am Abend mit Festen. Tagsüber war die Brücke auch für schaulustige Fußgänger geöffnet.

Zu Beginn der Einweihungsfeier, die im kroatischen Fernsehen übertragen wurde, überflog die Kunstflugstaffel der kroatischen Luftstreitkräfte die Brücke, unter der sich Hunderte Boote versammelten. Zum Abschluss fuhren unter einem großen Feuerwerk von beiden Seiten zwei Fahrzeuge los, der vollelektrische Hypersportwagen Rimac Nevera vom Festland und die kroatische Rally-Legende Niko Pulić mit seinem Auto von der Halbinsel aus. Damit wurde die Pelješac-Brücke, die von dem Bischof von Dubrovnik gesegnet wurde, auch offiziell eröffnet. Für den Verkehr sollte sie nach ursprünglichen Plänen um Mitternacht freigegeben werden.

Die Brücke über die Bucht von Mali Ston ermöglicht erstmals eine direkte Landverbindung vom Festland über die Halbinsel Peljesac nach Süd-Dalmatien. Fertiggestellt wurde sie nach drei Jahren Bauzeit bereits Ende Juli 2021, danach mussten noch mehr als 30 Kilometer Zufahrtsstraßen gebaut werden. Mit der Brücke wird man den Korridor von Neum, einen 23 Kilometer langen Küstenstreifen an der Adria, der zu Bosnien-Herzegowina gehört, umfahren können, was die Fahrtzeiten auch wegen des Wegfalls von Grenzkontrollen verkürzen wird.

(APA)