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Interview

Ex-Zentralbanker Vjugin: "Dann wird Russland kein Geld mehr haben"

Propaganda-Plakat in Moskau. Spotten die Leute in Russland auch im privaten Gespräch über den Westen?
Propaganda-Plakat in Moskau. Spotten die Leute in Russland auch im privaten Gespräch über den Westen?(c) APA/AFP/NATALIA KOLESNIKOVA (NATALIA KOLESNIKOVA)
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Oleg Vjugin ist eine der prominentesten Figuren in Russlands Finanzwelt. Im Interview mit der „Presse“ erklärt der Ex-Zentralbanker und Ex-Aufsichtratschef der Moskauer Börse, warum Moskau den Gasexport drosselt, wie die Elite über die Sanktionen denkt - und wo reiche Russen nun ihr Geld parken.

Sie sind ein nüchtern denkender Mensch. Sagen Sie, wer leidet unter den Sanktionen mehr: Europa oder Russland?

Schwierige Frage. Aber es sieht so aus, dass kurzfristig Europa vielleicht mehr leidet. Denn der Öl- und Gasexport bringt sehr hohe Einnahmen, da die Preise hoch sind und die Sanktionen in diesem Bereich noch nicht wirken. Und die Wirkung der Exportbeschränkungen aus Europa, die anfangs stark war, wurde schwächer, weil ein paralleler Import stattfindet und die Kontrollen der Sanktionen schwach sind. Mittelfristig aber, mit Blick auf 2023 und 2024, leidet natürlich Russland mehr.

Faktum ist, dass die Sanktionen den Krieg nicht gestoppt haben. Sind sie zu schwach oder nicht das richtige Mittel?

Es hängt alles von der Art der Sanktionen ab. Will man mit ihnen Russlands Wirtschaft vom Westen isolieren, gelingt das nicht schnell binnen eines Jahres, denn sie ist zu sehr mit der westlichen verwoben – und zwar nicht nur mit Energieträgern, sondern auch mit anderen Produkten, die für Europa wichtig sind.

Hätte es andere Mittel gegeben, um den Krieg zu stoppen?