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Brüssel-Briefing

Europa verliert den PR-Weltkrieg gegen Russland

Die EU und ihre politischen Spitzen haben jahrelang die Bedeutung des Narrativs in der geopolitischen Arena ignoriert. Der Kreml nutzt das vor allem in Afrika beinhart aus - obwohl Russland sich dort nach übelster Kolonialherrenart gebärdet.

„Russland hat eine neue Art von hybridem Weltkrieg begonnen. Es hat beschlossen, dass Information, Energie und Nahrung Werkzeuge sind, um einen imperialistischen kontinentalen Krieg gegen die Ukraine zu führen.“ So sprach Emmanuel Macron am Mittwochabend in Cotonou, der Hauptstadt von Benin, und der französische Präsident trifft den Nagel auf den Kopf. Denn das Ringen um die Deutungshoheit über den russischen Vernichtungskrieg gegen das ukrainische Volk ist zu einem globalen Thema geworden. Öl und Weizen braucht die ganze Welt, und wenn Russland beide Güter verknappt, geht eine Schockwelle um den Erdball.

Wer hat daran Schuld? Jeder besonnene, unabhängig informierte Mensch antwortet darauf: Wladimir Putin. Denn wer hat die Ukraine überfallen? Wer lässt Weizenfelder verbrennen und Schwarzmeerhäfen bombardieren? Doch Besonnenheit und Informationsfreiheit sind zu Beginn des dritten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts rare Güter. Vor allem in Afrika gibt es kaum unabhängige Medien. Und jahrelange korrupte Politik, die vielerorts entweder radikale Islamisten ermächtigt oder machtgierige Offiziere putschen hat lassen, lässt den Menschen keine Muße für besonnene Debatten über die Weltlage.