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Geldpolitik

Die Zwickmühle der Zentralbanken

U.S. President Joe Biden announces Jerome Powell (L) as his nominee for a second term as the Federal Reserve Chair in t
Wenn sich vor den Zwischenwahlen im November die US-Wirtschaft merklich eintrübt, könnte US-Präsident Joe Biden den Druck auf Fed-Chef Jerome Powell (im Hintergrund) erhöhen, die Geldpolitik wieder etwas lockerer zu lassen.imago images/UPI Photo
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Die US-Notenbank erhöht die Zinsen erneut kräftig um 0,75 Prozentpunkte, um die Inflation einzudämmen. Das steigert den Druck auf die EZB – und könnte der Welt eine neue Rezession bringen.

Es ist eine bis dato nicht gekannte Geschwindigkeit, mit der die US-Notenbank Federal Reserve die Normalisierung der Geldpolitik vorantreibt. Am Mittwochabend erhöhte sie die Leitzinsen neuerdings kräftig. Wie erwartet erfolgte wieder ein Sprung um 0,75 Prozentpunkte. Einen solchen hatte es bereits im Juni gegeben, das erste Mal seit dem Jahr 1994. Aber selbst eine Erhöhung um einen ganzen Prozentpunkt galt im Vorfeld der Sitzung zumindest als möglich.

Die Straffung

Die aktuelle Zinserhöhung bedeutet somit, dass die US-Notenbank die geldpolitische Straffung rasant vorantreibt. War bei früheren Erhöhungsphasen eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt je Sitzung die Regel, erhöhte die Fed heuer in nur vier Sitzungen die Zinsen von null auf über zwei Prozent (siehe Grafik). Zudem hat Fed-Chef Jerome Powell bereits angekündigt, die während der Krise stark aufgeblasene Bilanz der Zentralbank wieder deutlich verschlanken zu wollen, indem abreifende Anleihen nicht mehr durch neue Käufe ersetzt werden. Dieses bereits seit Juni laufende Programm soll im September auf 95 Milliarden Dollar pro Monat ansteigen.