Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Energie

Wird die OMV doch noch aufgespalten?

OMV-Chef Alfred Stern musste in diesem Jahr schon mehrere Rückschläge hinnehmen.
OMV-Chef Alfred Stern musste in diesem Jahr schon mehrere Rückschläge hinnehmen.REUTERS
  • Drucken

Der Mineralölkonzern plagt sich trotz hoher Gewinne durch die Krise. Moskau liefert kaum Gas, auch Diesel ist knapp. Und in Österreich wollen Politiker zumindest Teile des Konzerns re-verstaatlichen, damit es künftig genug Gas gibt.

Wien. 2022 ist ein wahres Seuchenjahr für die OMV. Der langjährige Verbündete Moskau mutierte zum Alptraum, versprochene Gaslieferungen aus Russland bleiben aus, der Strategieschwenk Richtung Chemie kommt nicht vom Fleck und Anfang Juni wurde bei der Generalüberholung auch noch die Raffinerie Schwechat demoliert. Der Konzern schätzt den Schaden auf eine Viertelmilliarde Euro. Frühestens im Oktober wird die Treibstoffproduktion wieder voll anlaufen. Bis dahin ist nicht einmal die Versorgung mit Diesel zu hundert Prozent gesichert.

Da tröstet es doch immerhin, dass die gestiegenen Öl- und Gaspreise dem Konzern im ersten Halbjahr zu einer Verdoppelung bei Umsatz und Gewinn verholfen haben. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg auf 5,6 Milliarden Euro.

Prompt forderten Arbeiterkammer, Momentum-Institut und Greenpeace eine Sondersteuer, um die „Übergewinne“ des Konzerns, der zu 31,5 Prozent der Republik gehört, abzuschöpfen. Auf Regierungsebene werden andere Pläne für den Energiekonzern gewälzt. Wie „Die Presse“ berichtete, prüft die Staatsholding Öbag gerade, wie die Republik über ihre Beteiligungsgesellschaften sicherstellen könne, dass künftig genug Gas in Österreich landet. Den Ball haben auch einige Politiker anderer Parteien aufgenommen.

Niederösterreichs SPÖ-Politiker Franz Schnabl forderte – wenig überraschend – die Verstaatlichung des Konzerns. Aber auch Karin Doppelbauer, Energiesprecherin der Neos, nimmt eine für eine wirtschaftsliberale Partei zunächst ungewöhnliche Position ein: