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Thimfilm
Streamingtipps

Wozu Schwimmbäder in Filmen sonst noch so gut sind

Bei Regen und bei Hitzepein, im Bad, da hat man's immer fein. Auch dem Film dient diese altgediente zivilisatorische Institution oft als Schauplatz, dessen erzählerische Vielseitigkeit verblüfft.

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Tick, Tick ... Boom!

Von Lin-Manuel Miranda, 2021
Zu sehen auf Netflix

Es ist ein mustergültiger Bewusstseinsstrom, den der aufstrebende Musicalmacher Jonathan Larson (Andrew Garfield) in einer Schlüsselszene aus „Tick, Tick . . . Boom!“ auf uns loslässt. In Echtzeit folgen wir seinen (gesungenen) Gedanken, als er sich zur Entstressung ins öffentliche Hallenbad begibt: „How's the water? / Stretch, stretch, spit in the mask / Cloudy vision, test the water / Contemplate the dive, the shock to the skin“, schießt es durch sein von Sorgen gemartertes Hirn. Schon springt er ins Becken, beginnt, seine Längen zu schwimmen. „Swimming“ heißt auch das Lied, in dessen treibendem Lauf sich Larsons Neurosen immer mehr lösen: „Out, don't think / Out, out, let it out!“ Dann kommt mit einem Schlag die Inspiration, Notenläufe lösen sich vom Beckenboden: „I am soaring, I'm the water“, schmettert der kreativ Freigeschwommene.
Obwohl es in „Tick, Tick . . . Boom!“ sonst nicht ums Schwimmen geht, zeichnen besagte Sequenz und der zugehörige Song ein schönes Sinnbild für den Reiz, den der Solo-Besuch eines Stadtbads mit Schwimmbahnen auf viele ausübt: Hier lässt sich die Welt da draußen vergessen, mit rhythmischen Wiederholungen einstudierter Bewegungen, in der Schwerelosigkeit des kühlenden Chlor-Ozeans. (and)

Atmen

Von Karl Markovics, 2011
Zu sehen auf Amazon Prime

Durch die Nase tief ein – bis ganz nach unten muss die Luft – und dann gleich wieder ausatmen soll Roman, um kein Seitenstechen zu bekommen. Er bemüht sich. Und bricht dabei in Tränen aus. Es wird eine Weile dauern, bis der junge Straftäter, dem die Rückkehr in die Gesellschaft nach einer längeren Haftstrafe schwer fällt, Vertrauen in sich und die Welt fassen kann. Bis er sich im Becken ruhig nach unten sinken lässt, anstatt verkrampft hin und her zu kraulen. Dieser Moment des Friedenfindens zählt zu den schönsten in Karl Markovics' erstem und nach wie vor bestem Film als Regisseur – der nebenher die Karriere des unlängst in der Netflix-Serie „King of Stonks“ überzeugenden Thomas Schubert begründete. (and)

Meine erfundene Frau

Von Dennis Dugan, 2011
Zu sehen auf Netflix

Ein Grund, warum so viele Menschen gerne Adam-Sandler-Filme schauen, sind Szenen wie jene aus dieser romantischen Komödie mit Jennifer Aniston, worin der Comedy-Star einem Buben das Schwimmen beibringt. Wie der Bengel todesmutig die Schwimmflügel abstreift und sich prustend abstrampelt, um im Freibad vom Beckenrand ans andere Ende zu kommen, wie er strahlt, als er es schafft: Das ist kitschig, aber authentisch – und somit herzerweichend. (and)

Footlight Parade

Von Lloyd Bacon, 1933
Zu sehen auf YouTube

Busby Berkeley war nicht nur auf dem Trockenen einer der größten Choreografen des Hollywood-Kinos, auch im Nass stellte er seine Fähigkeiten unter Beweis: etwa in der ikonischen Sequenz aus dem Musical „Footlight Parade“, in der eine Armada lächelnder Schwimmerinnen per Massenornament menschliche Mandalas auf die Oberfläche eines kunstvoll ausgeleuchteten Pools malt. Varieté-Dekadenz und kubistische Avantgarde fallen hier mit einem lauten Plansch in eins. Zu sehen ist der Filmclip „Human Waterfall“ auf dem offiziellen YouTube-Kanal des Warner Archive. (and)

Romy Schneider & Alain Delon Characters: Marianne, Jean-Paul Film: La Piscine; The Sinners; The Swimming Pool (La Piscin
Romy Schneider & Alain Delon in "Der Swimmingpool"(c) imago images/Mary Evans (Rights Managed via www.imago-ima)

Der Swimmingpool

Von Jacques Deray, 1969
Zu sehen auf Sky, Mubi

Romy Schneider. Alain Delon. Ein Haus mit Pool in Saint-Tropez. In der Glut des Südens ist nur die Sonne Zeuge, wenn sich Blut und Wasser vermischen. (and)

Schwimmen

Von Luzie Loose, 2018
Zu sehen auf Amazon Prime

Das Schwimmen ist befreiend, aber auch bedrohlich für die stille 15-jährige Elisa (Stephanie Amarell), die manchmal in Ohnmacht fällt. So auch unter der Dusche im Hallenbad. Dort wird sie von ein paar Schulkollegen gefunden, die Fotos von ihr machen und verbreiten. Gemeinsam mit der aufmüpfigen 16-jährigen Anthea (Lisa Vicari, „Dark“) rächt sie sich. Luzie Looses Spielfilmdebüt kommt nicht ohne Klischees über das Aufwachsen in Berlin aus (Drogen, Techno, desinteressierte Eltern), lebt aber von der Dynamik zwischen den beiden Mädchen. Eine toxische Freundschaft mit klarer Machtverteilung, aus der sich Elisa erst spät freikämpft. (her)

Romeo et Juliette Romeo + Juliet 1996 Real Baz Luhrmann Leonardo DiCaprio Claire Danes. Collection Christophel Bazmark F
Leonardo DiCaprio und Claire Danes in "Romeo + Julia"(c) imago images/Prod.DB (Bazmark Films / Estudios Churubu)

Romeo + Julia

Von Baz Luhrmann, 1996
Zu sehen auf Disney+

Schwimmbäder bergen im Kino oft auch ein erotisches Potenzial, wie nicht nur die Kultszene aus dieser Shakespeare-Verfilmung zeigt, in der Claire Danes und Leonardo DiCaprio sich in romantisch schimmernder Feuchtigkeit näherkommen. Nur ein Jahr später frönte Leo in „Titanic“ erneut der tragischen Liebe im Wasser. (and)

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