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Analyse

Warum Polens Regierung in die Kernenergie einsteigen will

Während andere Länder über einen Ausstieg diskutieren, setzt Polen auf Kernenergie – auch, um von Kohlekraftwerken wegzukommen. Ein erster Reaktorblock steht aber frühestens in zehn Jahren bereit.

Nach jahrelangen Planungen und vielen großen Worten der seit 2015 regierenden Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) wird in Polen in den nächsten Monaten die Baubewilligung für ein erstes AKW eingereicht. Laut Angaben beteiligter Firmen soll der Bewilligungsprozess bis zu fünf Jahre brauchen. Polens Opposition glänzte in den vergangenen Tagen mit einem besonderen Vorstoß: Die kleine Linkspartei Razem (Gemeinsam) beantragte im Parlament, Berlin ein Pachtangebot für die letzten drei deutschen AKW Isar-2, Emsland und Neckarwestheim-2 zu stellen. Diese sollten – so sie nicht wie geplant per Jahresende vom Netz genommen werden – für Polen weiter Atomstrom produzieren. „Zum Wohle der Sicherheit Europas und des Klimas“, wie der Parteivorsitzende, Adrian Sandberg, begründete. Der Vorschlag fand sofort Unterstützung in den Reihen der Regierungspartei. Janusz Kowalski von der rechtsextremen Juniorkoalitionspartei Solidarisches Polen unterstützte den Vorschlag mit viel Engagement. Einige PiS-Abgordnete rieben sich allerdings erst einmal die Augen. Die größte Oppositionspartei, Donald Tusks liberale Bürgerplattform (PO), wiederholte stattdessen, dass Polen im Winter ein Energie-Blackout drohe.

Hohe Brennstoffpreise

Polens Regierung hatte nach dem russischen Überfall auf die Ukraine als erste in der EU einen Importstopp von russischem Erdgas per Ende des Jahres beschlossen. Auch russische Kohle und Rohöl sollen nicht mehr importiert werden. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, es droht kein Blackout“, versicherte Schatzminister Jacek Sasin.

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