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Literatur

Statt Karaoke den Ehemann bedienen

Fang Fangs Roman über das Schicksal einer jungen Frau im China der 1990er-Jahre.

Spätestens seit „Wuhan Diary – Tagebuch aus einer gesperrten Stadt“ ist die chinesische Autorin Fang Fang einem größeren deutschsprachigen Publikum ein Begriff. Nun liegt bei Hoffman und Campe ein weiterer ihrer Romane in Übersetzung durch Michael Kahn-Ackermann vor, in einer Aufmachung, die beinahe eine zweisprachige Ausgabe vermuten lassen würde. Den Titel ziert die Feder des Pfaus, seines Zeichens Wappentier der Göttin der Barmherzigkeit, Guanyin. Dass sich jemand der Figuren erbarmt, wünscht man sich jedenfalls des Öfteren beim Lesen. Den Titel „Wütendes Feuer“ könnte man auch direkter – und, wie sich am Ende des Buches zeigt, inhaltlich näher – als „Laufendes Feuer“ übersetzen.

Die Hauptfigur ist das Mädchen Yingzhi, noch lange keine zwanzig, zu Beginn des Buches im China der 1990er-Jahre am Scheideweg ihres jungen Lebens: Die Schule ist aus, was nun? Manche ihrer Alterskollegen suchen ihr Glück an der Universität, andere ziehen als Wanderarbeiterinnen in den Süden, sie ist zumindest entschlossen, erfolgreich zu werden – allerdings ohne eine rechte Vorstellung davon zu haben, wie.