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Salzburger Festspiele

Lehre aus Salzburg: Puccini ist festspieltauglich!

SALZBURGER FESTSPIELE 2022: FOTOPROBE ?IL TRITTICO?-?SUOR ANGELICA?
Intensive Darstellung von Seelenqualen: Asmik Grigorian in "Suor Angelica".APA/Barbara Gindl
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In Salzburg hat man den vermeintlichen „Wunschkonzert-Komponisten" Puccini lang gemieden. Mit »Il Trittico« lösten Asmik Grigorian, Franz Welser-Möst und Christof Loy diesen Bann.

Eine Ehrenrettung Puccinis hat Dirigent Franz Welser-Möst im Gespräch vorab avisiert. Die Salzburger Festspiele haben diesen Komponisten ja bisher nicht gerade großzügig behandelt. Sein „Triptychon“ wiederum hat es im internationalen Opernrepertoire schwer. Eine veritable Festspielaufgabe also. Zumal die drei höchst unterschiedlichen Stücke eines gemeinsam haben: Sie lassen uns in die Abgründe der menschlichen Seele blicken; lyrisch, dramatisch und komödiantisch. Im Großen Festspielhaus präsentiert man sie nun unter dem Motto „Die Dreizimmerwohnung der Hölle“ – und Welser-Möst sorgt am Pult der Philharmoniker dafür, dass Puccinis Zeitgenossenschaft mit Meistern der Moderne deutlich wird.

Tatsächlich gewinnt Puccini – wie wenig später Berg in seinem „Wozzeck“ – Lokalkolorit virtuos sogar aus ganz außermusikalischen Vorlagen. Der im Original als Auftakt geplante „Mantel“ mixt ein akustisches Kontinuum aus nächtlicher urbaner Klangkulisse und dem stetigen Fließen der Seine, das unaufhaltsam nicht nur die Episoden der liebevoll gezeichneten kleinen Figuren hinwegspült – sondern letztlich auch die tragische Ménage-à-trois, um die es geht. Karge Werkshallen-Ästhetik schafft den trostlosen Rahmen. Betrug und Eifersuchtsmord spielen überall und nirgends.