Viel Geld, das leicht versickert

Buffetts Initiative zur Rettung der Welt ist zu begrüßen, aber mit viel Vorsicht zu genießen.

Der reichste Mann der Welt spricht öffentlich nur selten. Doch wenn Carlos Slim etwas zu sagen hat, findet sich ziemlich viel Gescheites darunter. Etwa: „Der einzige Weg, Armut zu bekämpfen, ist es, Arbeit zu schaffen.“ Oder: „Gib jemandem einen Fisch und er kann einen Tag lang essen. Lehre ihn das Fischen, und er isst ein Leben lang.“

Damit umschreibt der Milliardär, was jedem Entwicklungsökonomen bei Sinnen völlig klar sein müsste. Viel Geld nach Afrika zu schicken, bringt genau gar nichts. Es fördert bloß Korruption und Misswirtschaft. So schätzt die Afrikanische Union, dass jährlich 150 Mrd. Dollar schlicht und einfach „verschwinden“.

Man muss Slim nicht mögen. Der Tycoon vermehrte sein Geld nicht immer mit legalen Mitteln, sonst hätte er es in Mexiko nie so weit gebracht. Aber er erkennt die Gefahr bei der Initiative von Warren Buffett, der seine Milliardärskollegen überredet, einen Großteil ihres Vermögens zu spenden.

Denn Reiche, die ihr Geld wahllos verschenken, öffnen der Misswirtschaft Tür und Tor. Dabei ist die Idee Buffetts grundsätzlich eine gute. Private könnten zweckgebunden helfen, weil sie sich in der Regel deutlich unbürokratischer als Staaten organisieren. Nur muss sichergestellt werden, dass die Gelder in die richtigen Kanäle fließen. Ist das der Fall, spenden, sicher auch jene Milliardäre, denen es nicht bloß um den guten Ruf geht.

stefan.riecher@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.12.2010)

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