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Gastkommentar

Bald ist er weg – was nun?

Wer immer Nachfolger von Boris Johnson wird, hat viel zu tun. Die Liste an Reformen ist besonders lang.

Die Autorin:

Prof. Dr. Melanie Sully (* 1949) ist
gebürtige Britin, Politologin und Direktorin des in Wien ansässigen Instituts für Go-Governance.

Die To-do-Liste für den oder die künftige?n britische?n Premierminister?in ist wahrlich lang: Post-Brexit-Probleme, Reformen im Gesundheitswesen und die schottische Frage müssen gelöst werden, um nur einige zu nennen. Aber es gehören auch noch ein paar andere Reformen dazu, wie der Abgang von Boris Johnson besonders deutlich gemacht hat.

Der Wahlmodus für den Obmann oder die Obfrau bei den Konservativen ist mangelhaft. Die Parteimitglieder sind zwar an der Wahl beteiligt, nicht jedoch an deren Abberufung. Das passiert durch die parlamentarische Fraktion, die nach endlosen Runden an Gladiatorenkämpfen den Parteimitgliedern den potenziellen Nachfolger zur Abstimmung vorschlägt. Mitglieder, die zwischen den Wahlen die politische Knochenarbeit erledigen, sollten auch bei einer Abwahl eingebunden werden. Das würde eine Dolchstoßlegende vermeiden, die jetzt unter einigen Mitgliedern kursiert. Fans von Boris Johnson fühlen sich von einer Westminster-Clique überrollt, und Beobachter befürchten, unter ihnen könnte sich der Wunsch eines Comebacks bilden, ähnlich wie bei Donald Trump.