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Jetset

Leer oder verliehen - Stars verteidigen ihre kurzen Privatjet-Flüge

Der Jet des US-Rappers Drake legte einige enorm kurze Strecken zurück (Archivbild).
Der Jet des US-Rappers Drake legte einige enorm kurze Strecken zurück (Archivbild).(c) Getty Images (Michael Buckner)
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Taylor Swift, Drake und Kylie Jenner werden für die vielen (oft sehr kurzen) Flugreisen im Netz kritisiert. So manche Prominenz gießt mit der Erklärung nur Öl ins Feuer.

170 Flüge hat Taylor Swifts Privatjet im ersten Halbjahr 2022 absolviert. Die Flugemissionen für das gesamte Jahr wurden dabei mit 8294 Tonnen berechnet - 1185 Mal mehr als die jährliche Gesamtemission eines Durchschnittsmenschen. Damit gilt die Sängerin als die Prominente mit dem höchsten Verbrauch. Kein Wunder, dass die Summe in Zeiten des stetig fortschreitenden Klimawandels für Aufruhr sorgt. Erhoben hat das die Nachhaltigkeits-Marketingfirma Yard, die sich der Daten des Twitter Accounts Celebrity Jets (@CelebJets), der Jets ausgewählter Reicher und Berühmter automatisch trackt, bedient. Nicht zuletzt um hervorzuheben, wie schädlich die Auswirkungen von Privatjets auf die Umwelt sind.

Kritik für die Flüge en Masse hagelte es schon im Vorfeld. So wurde Kylie Jenner kürzlich für einen Instagram-Post gerügt, der sie und ihren Freund Travis Scott zwischen zwei Privatjets zeigt. „Willst du meinen oder deinen nehmen?“, lautete die Unterschrift zum Bild. Der Twitter-Account Celebrity Jets machte aus, dass jener Flug an diesem Tag lediglich 12 Minuten dauerte.

 

Sieben Minuten Flug

Auch Musiker Drake ist für seine Ultrakurzstreckenflüge bekannt. Die riesige Maschine, eine 185 Millionen Dollar teure Boeing 767, legte in den letzten sechs Wochen einen siebenminütigen Flug, sowie einen zwölfminütigen und einen 14-minütigen zurück. Letzterer verbrauchte um die 1613 Liter Treibstoff und ist für vier Tonnen Kohlenstoffemissionen verantwortlich, was wiederum nur knapp weniger als dem jährlichen Kohlenstoff-Fußabdruck einer durchschnittlichen Person entspricht.

 

Mittlerweile hat Drake auf die Kritik im Netz reagiert. So erklärte er, dass die Maschine lediglich leer von einem Flughafen zum anderen gebracht werde, für all jene, die sich für die Logistik interessieren würden. „Niemand nimmt diesen Flug“, so der Rapper. Für viele sei das jedoch die noch viel größere Klimakatastrophe, die derartige Verschmutzung, so heißt es, sei noch sinnloser. „Siehst du nicht, dass das schlimmer ist?“ schreibt etwa ein User auf Instagram.

Taylor Swifts großzügiger Verleih

Sängerin Taylor Swift - beziehungsweise eine Sprecherin der Sängerin - bestritt ebenso, dass sie für die meisten oder gar alle Flüge mit ihrem Jet verantwortlich sei. Die Behauptung von Yard, Swift wäre die Person mit dem höchsten Verbrauch, wurde als „eklatant falsch“ zurückgewiesen. Viel mehr werden das Flugzeug „regelmäßig ausgeliehen“.

Im Gegensatz zu Swift, die die Yard-Liste anführt, sind Jenner und Drake nicht unter den Top 10, sehr wohl aber Jenners Freund, Rapper Travis Scott (auf Platz zehn). Dicht auf Swifts Fersen ist Boxer Floyd Mayweather mit einem Ausstoß von 7077 Tonnen CO₂ und Rapper Jay-Z mit 6981 Tonnen. Ebenfalls auf der Liste rangieren der ehemalige Baseballspieler Alex Rodriguez, Country-Sänger Blake Shelton, Regisseur Steven Spielberg, Ur-Influencerin Kim Kardashian, Schauspieler Mark Wahlberg und Talkshow-Ikone Oprah Winfrey.

Ausstoß gleicht dem eines Landes

Privatjets leisten einen durchaus relevanten (negativen) Beitrag zur Klimakrise. Mehr als 33 Millionen Tonnen Treibhausgase werden durch sie jedes Jahr ausgestoßen - mehr als das Land Dänemark. Die geringe Personenanzahl an Bord machen die Jets fünf bis 14 Mal umweltschädlicher als Verkehrsflugzeuge, 50 Mal umweltschädlicher als Züge. Die Leerflüge von Drake gelten dieser Rechnung zufolge als noch umweltschädlicher.

Der Twitter-Account Celebrity Jets wird von Jack Sweeney betrieben, einem Programmierstudenten an der University of Central Florida. Auch die Bewegungen russischer Oligarchen und des Tech-Moguls Elon Musk hat er bereits verfolgt, letzterer hat ihm Berichten zufolge 5000 Dollar angeboten, um das Tracken zu stoppen. Die waren ihm aber nicht genug.

(evdin)