Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Unter Verschluss

Warum wird der "Batgirl"-Film nicht veröffentlicht?

Leslie Grace spielt Batgirl, aber zu sehen wird man den Film nicht bekommen(c) Warner Bros. Discovery
  • Drucken

Der Comic-Film "Batgirl" ist beinahe fertig, doch der Film soll weder ins Kino kommen, noch auf einem Streamingdienst veröffentlicht werden. Ein überraschender Schritt, der Fragen aufwirft.

Die Dreharbeiten wurden im März beendet, die Post-Produktion ist beinahe abgeschlossen, es gab auch schon erste Testvorführungen: "Batgir" ist so gut wie fertig. Doch die Comic-Verfilmung soll niemand zu Gesicht bekommen, hat das Studio Warner Bros. laut Berichten in Branchenmedien beschlossen. In Hollywood ist man völlig überrascht von dem Schritt. Es kommt fast nie vor, dass ein Studio einen schon abgedrehten Film einfach unter Verschluss hält.

Öfter kommt es hingegen vor, dass Filme bei Testvorführungen bei Zuschauern schlecht ausfallen – wie offenbar auch "Batgirl". Dann wird der Film möglicherweise noch umgeschnitten, Szenen nachgedreht – oder er kommt eben nichts ins Kino, sondern gleich auf eine Streamingplattform. "Batgirl" hätte ohnehin gleich beim Streamingdienst HBO Max veröffentlicht werden sollen.

Die Produktion war zwar nicht teuer wie ein Blockbuster, die Kosten sollen sich aber doch auf rund 90 Millionen Dollar belaufen haben. Zum Cast gehören einige Stars: Hauptdarstellerin Leslie Grace, auch als Musikerin bekannt, gilt als vielversprechende Jungschauspielerin. Auch "Batman"-Star Michael Keaton, Oscar-Preisträger J.K. Simmons und Brendan Fraser spielen mit. Der Superheldinnen-Film wurde von dem belgischen Regie-Duo Adil El Arbi und Bilall Fallah ("Bad Boys for Life") inszeniert.

Nun noch große Comic-Filme für das Kino?

Das Studio Warner Bros. hielt sich bedeckt und bedankte sich nur bei Grace und den Regisseuren für die Zusammenarbeit. Die Entscheidung soll mit einem Wechsel in der Führungsetage zusammenhängen: Vergangenes Jahr fusionierten die Mediensparte von AT&T und Discovery und bekam den Namen Warner Bros. Discovery. David Zaslav, der die Fusion leitete, wurde CEO. Mit ihm soll sich auch die Strategie geändert haben: Man wolle Comic-Filme groß im Kino herausbringen – und "Batgirl" eignet sich dafür nicht, denn der Film war extra für den Streamingdienst produziert worden. Ihn aber gar nicht zu zeigen, ist dennoch ein harter Schritt. Branchenblatt „Variety“ spekulierte, dass es für den Konzern stuerliche Vorteile habe, wenn sie den Film komplett abschreibe.

Nach zahlreichen Batman-Verfilmungen hätte die Figur ihren ersten eigenständigen Film erhalten sollen, doch die Produktion stand unter einem schlechten Stern. Bereits 2017 angekündigt, hätte Joss Whedon ("Avengers") Regie führen sollen. Der fiel wegen ungebührlichen Verhaltens am Set und #MeToo-Vorwürfen in Ungnade.

Auch eine zweite Comic-Verfilmung bereitet Warner Bros. Discovery Sorgen: Im Sommer 2023 sollte eigentlich „Flash“ im Kino anlaufen, mit Ezra Miller in der Hauptrolle. Doch gegen den Schauspieler gibt es schwerwiegende Missbrauchsvorwürfe. 

BAtgirl

Die Batgirl-Figur tauchte erstmals in den 1960er Jahren in Comic-Heften auf. Die Geschichte der fiktiven Superheldin dreht sich um Barbara Gordon, Tochter von Commissioner James Gordon, dem Polizeichef von Gotham City. Alicia Silverstone hatte 1997 in "Batman & Robin" an der Seite von Batman-Darsteller George Clooney eine kleine Batgirl-Rolle.

(APA/dpa/her)