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Manipulation

Die Brexit-Bomben der britischen Boulevardmedien

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Stimmungsmache in GroßbritannienAPA/AFP/CARLOS JASSO
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Eine neue Studie zeigt auf, wie Kleinformate im Vorfeld des EU-Referendums die Stimmung im Land manipulierten.

Dass in den Redaktionsstuben der britischen Boulevardzeitungen eingefleischte Europa-Skeptiker sitzen, die beim Verfassen der Titelseiten gern den Holzhammer schwingen, ist sattsam bekannt. Doch das Ausmaß der an Desinformation grenzenden Berichterstattung, das die britischen Kleinformate im Vorfeld des Brexit-Referendums ihrer Leserschaft zugemutet haben, hat das übliche Niveau unterschritten. Dieses Fazit ziehen Kathryn Simpson und Nick Startin in einer im „Journal of Common Market Studies“ (JCMS) publizierten Studie.

Die Wissenschaftler haben dabei die Titelseiten der drei auflagenstärksten Boulevardzeitungen des Landes – „Sun“, „Daily Mail“ und „Daily Express“ – in den 25 Tagen vor der Abstimmung am 23. Juni 2016 analysiert. Der gewählte Zeitraum ist nicht zufällig, sondern fällt mit dem sogenannten Purdah zusammen, in dem offizielle Vertreter im Vorfeld eines Votums keine Stellungnahmen zu politischen Inhalten abgeben dürfen, um unparteiisch zu bleiben und die Wähler nicht zu beeinflussen. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings, dass Minister und Beamte in dieser Periode medial verbreitete Unwahrheiten nicht korrigieren konnten, weil diese Korrekturen nur einem Lager – den Befürwortern des Verbleibs Großbritanniens in der EU – genutzt hätten.

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