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Nährwertampel

Lebensmittel-Kennzeichnung in der EU: Wer bestimmt, was gesund ist?

Abendessen auf einem Oliven-Bauernhof in Portugal. Olivenöl ist – dem Nutri-Score zufolge – ungesund, künstlich gesüßte Lebensmittel hingegen gesund. Das geht so nicht, kritisiert die Lebensmittelindustrie.
Abendessen bei Olivenbauern in Portugal (Archivbild). Olivenöl ist – dem Nutri-Score zufolge – ungesund, künstlich gesüßte Lebensmittel hingegen gesund. Das geht so nicht, kritisiert die Lebensmittelindustrie.APA/AFP/FILIPE AMORIM
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Die EU-Kommission plant eine einheitliche Kennzeichnung für Lebensmittel. Das könnte zu ungewollten Verwirrungen führen, warnen die Hersteller. Auch der Handel ist skeptisch.

Lebensmittel werden immer mehr zum Preistreiber der aktuellen Inflationswelle. Während man sich beim täglichen Einkauf mitunter über gestiegene Preise ärgern muss, kann man sich hierzulande aber immerhin auf volle Regale verlassen. 8000 bis 9000 Artikel sind in einem österreichischen Supermarkt durchschnittlich gelistet, als Konsument kann man da schon einmal den Überblick verlieren. Vor allem dann, wenn die gekauften Waren nicht nur günstig, sondern auch noch möglichst gesund sein sollen, worauf immer mehr Österreicher großen Wert legen, wie aktuelle Studien zeigen.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Nährwertqualität. Wer im Supermarkt vor gefüllten Lebensmittelregalen steht, hat meist weder die Zeit noch den Nerv, die kleingedruckten Nährwertangaben auf der Verpackungsrückseite zu lesen – geschweige denn diese richtig einzuordnen. Vereinfachen könnte das eine Nährstoffampel, die – wenn es nach den Plänen der Kommission geht, schon bald EU-weit gelten könnte.

Während eine solche Kennzeichnung von Lebensmitteln in Österreich noch diskutiert wird, ist dies in anderen Ländern längst gängige Praxis. Das am weitesten verbreitete Kennzeichnungssystem ist der sogenannte Nutri-Score. Die fünfstufige Farbkodierung gilt als anerkanntes Element für die gesundheitliche Einordnung von Lebensmitteln und wurde bereits in mehreren EU-Ländern per Verordnung eingeführt – freiwillig, wohlgemerkt. Eine verpflichtende nationale Anwendung wäre nach geltendem EU-Recht nämlich gar nicht erlaubt.