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Ukraine

Getötete Kriegsgefangene: Was geschah in Oleniwka?

Der Tod Dutzender Asow-Kämpfer verschärft den Ton zwischen den Konfliktparteien. Das Ereignis zeugt von der Brutalisierung des Krieges – und der schwierigen Wahrheitsfindung.

Oleniwka ist eine unscheinbare Gemeinde, ein Straßendorf südlich von Donezk. Einstöckige Häuser, Gärten, eine Kirche. Seit letztem Freitag kursiert der Ort in den Weltnachrichten: Oleniwka steht nun für Blutvergießen. Oleniwka, das könnte der Schauplatz eines mutmaßlichen russischen Kriegsverbrechens sein. In Kiew spricht man von der „organisierten Ermordung von ukrainischen Kriegsgefangenen“. Russland weist die Verantwortung von sich und beschuldigt Kiew, den Angriff selbst verschuldet zu haben.

Was genau in Oleniwka passierte, ist bisher nicht vollends geklärt. Vieles bleibt Spekulation und erinnert damit an die ersten Tage nach dem Abschuss des Fluges MH17 im Donbass 2014. Es kursieren verschiedene Versionen, die Faktenlage ist dünn, der Unglücksort abgeriegelt. Moskau hat zur verbalen Gegenoffensive angesetzt. Oleniwka könnte zu einem neuen Propaganda-Schlachtfeld werden, zu einem Symbol für die Lüge in Kriegszeiten und der mühsamen Suche nach der Wahrheit. Am Mittwoch Abend erklärte UN-Generalsekretär António Guterres, die UNO wolle eine Ermittlungsmission einsetzen – er habe Anträge dazu sowohl von der Regierung in Kiew als auch in Moskau erhalten.