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Expedition Europa

„Kaufen Sie bloß keinen Alkohol in Białowieża!“

Schattiger Wald, Sonnenflecken so stark wie Richtscheinwerfer.
Schattiger Wald, Sonnenflecken so stark wie Richtscheinwerfer.Tomasz Bobrzynski/Getty
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Im Belowescher Urwald an der Grenze zwischen Polen und Belarus – viele Dörfler fürchten diese Grenze. Laut Premier Morawiecki war „Lukaschenkos Angriff auf die polnische Grenze zu Belarus der erste Akkord“ des Ukraine-Krieges.

Das Innere des Belowescher Urwalds war immer mal wieder verbotenes Land. 2010, als ich die Staatsdatscha sehen wollte, in welcher die Präsidenten Russlands, Weißrusslands und der Ukraine 1991 die Sowjetunion liquidiert hatten, blieb mir der weißrussische Teil verschlossen. Laut einem Zeugen durfte nur der weißrussische Diktator Lukaschenko „mit seinem weißen Hubschrauber“ rein. 2021, als derselbe Lukaschenko mit böswillig zur Grenze gekarrten Migranten die EU zu destabilisieren suchte, schickte Polen die Armee in den polnischen Teil. Der Grenzstreifen wurde zur „Zone“. Die Bewohner vieler Belowescher Orte kamen nur per Polizeikontrolle rein und raus.

Mein Ziel, das letzte polnische Dorf Białowieża, ist erst seit Frühsommer wieder zugänglich. Grenzort war Białowieża vor 1945 nicht, aber es wuchs schon mal auf 9000 Seelen, schrumpfte zuletzt auf 2000, mehrere Machthaber tauschten die Bevölkerung aus. Laut Linguisten spricht Białowieża heute den Dialekt „Ruthenisch“, ein Weißrussisch-Ukrainisch mit stark polnischen und leicht russischen Einschlägen, ein wahres Esperanto. Und Achtung, die Mehrheit ist orthodox – polnisch-orthodox.