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Literatur

Heinz Strunks „Ein Sommer in Niendorf“: Absacker an der Ostsee

Heinz Strunk
Heinz Strunk(c) imago/Lumma Fot
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Heinz Strunk erzählt zügig von einem Verfall: „Ein Sommer in Niendorf“ ändert das Leben des Protagonisten radikal. Kann man sich Dr. Roth am Ende gar glücklich vorstellen?

Würde ein Fan von Heinz Strunk das Trinken des Anti-Helden im neuen Roman des Hamburger Autors synchron beim Lesen nachahmen, wäre er wohl bereits weit vor Ende des Buches ein Komasäufer, in der Heilanstalt oder tot. Denn in „Ein Sommer in Niendorf“ wird erbarmungslos genau und lustvoll-zynisch der Verfall eines Menschen aufgezeichnet. Lauter üble Gemeinheiten!

Die Handlung: Der Ich-Erzähler, Wirtschaftsanwalt Dr. Roth, hat gekündigt. Ehe er einen neuen Job antritt, will er sich für drei Monate in ein Ostseebad zurückziehen, um die Geschichte seiner Familie zu schreiben. Er träumt bereits vom Bucherfolg, bevor er 40 Tonbänder abgehört hat – 66 (!) Stunden Gespräche, vor allem mit dem Vater, der das einst von der NS-Zeit profitierende Unternehmen schließlich in den Konkurs führte. Bald ahnt man: Aus dem Text wird wohl nichts. Schreibblockade, Unvermögen.