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In „Prey“ kämpft eine junge Komantschin (Amber Midthunder) gegen Weltraum-Wilderer.
Streamingtipps

5 neue Streaming-Filme: Top oder Flop?

Es ist nicht alles Gold, was im Streaming-Fluss glänzt. Wir haben uns fünf heurige Produktionen angesehen, die unlängst online starteten. Resultat? Zwei Flops, ein Okay, eine Semi-Empfehlung. Aber auch: eine schöne Überraschung.

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Prey

Von Dan Trachtenberg, 2022
Zu sehen auf Disney+

Dass John McTiernans 1980er-Kultfilm „Predator“ – in dem sich Arnold Schwarzenegger als Söldner im Dschungel mit einem außerirdischen Killer matcht – regelmäßig Fortsetzungen gebiert, kümmert die Popkultur kaum: Zu unterschiedlich und durchwachsen sind die Beiträge zum Mythos der titelgebenden Weltraum-Wilderer. Schon Teil zwei mit Danny Glover ging unter, 2010 und 2018 folgten weitere – nebst Filmen, in denen Prädatoren gegen HR Gigers „Alien“-Viecher fechten. Jetzt stellen Sie sich vor: Was wäre, wenn ein „Predator“ auf Ureinwohner Amerikas treffen würde? Eine versponnene „Fan Fiction“-Idee, wie man sie vor allem aus Comics kennt – und die nun im Streaming-Film „Prey“ bisweilen gelungen umgesetzt wurde.

Die junge Komantschin Naru (beflissen: Amber Midthunder) will sich als Kämpferin unter Männern beweisen – und gerät dabei ins Visier eines intergalaktischen Weidmanns. Sein brutaler, mit Sci-Fi-Jagdgerät aufgebrezelter Kampfstil sorgt für das stärkste Spektakel des Films, der sein Setting im 18. Jahrhundert trotz authentischer Details zu stark ästhetischen und erzählerischen Normen der Gegenwart anpasst: Vor zwanzig Jahren wäre die Kolonialismuskritik in „Prey“ subversiv gewesen, heute wirkt sie geradezu obligatorisch. (and)

Luck

Von Peggy Holmes, 2022
Zu sehen auf Apple TV+

Der Abgang des langjährigen Pixar-Kreativdirektors und „Toy Story“-Regisseurs John Lasseter von seinem Stamm-Studio war kein rühmlicher: 2018 trennte sich Disney/Pixar nach Vorwürfen auch sexuellen Fehlverhaltens von ihm. Die neue Animationsschmiede Skydance schnappte ihn sich sogleich als Animationsboss – was Emma Thompson bewog, aus dem ersten Projekt „Luck“ wieder auszusteigen. Jetzt spricht Jane Fonda die Rolle eines Drachen in einem Glücksbringerreich, durch das ein 18-jähriges Waisenkind irrt – auf der Suche nach dem Ursprung von Glück und Pech. Ein visuell wie inhaltlich flach geratenes Digital-Flickwerk, das der Tiefe und Magie mancher Pixar-Filme vergebens nacheifert. (kanu)

Buba

Von Arne Feldhusen, 2022
Zu sehen auf Netflix

Weil sich die Fans empörten, dass der hoppertatschige Selfmade-Kriminelle Buba am Ende der 1. Staffel von „How to Sell Drugs Online (Fast)“ das Zeitliche segnete, entschlossen sich die Serienmacher kurzerhand zu einem Spin-off. Es erzählt, wie Buba wurde, was er wurde – und das liegt an seinem ersten Kuss! Wie war er glücklich! Nur musste er knapp darauf erfahren, dass seine halbe Familie verunglückt ist. Sein Schluss: Geht's ihm gut, geht's den anderen schlecht. Seither lässt er sich vor jedem Kuss verprügeln. Ihm zur Seite: Georg Friedrich als Bruder, der seit dem Unfall (das Gehirn!) breites Wienerisch spricht. Der Rest ist genauso schräg. Ein wenig wirkt der Film, als hätte man den Wiener Schmäh exportiert und dessen Herz dagelassen. (best)

Tiefe Wasser

Von Adrian Lyne, 2022
Zu sehen auf Amazon

Man munkelt, dass Disney diesen Erotikthriller aus Scham nicht ins Kino brachte und in den Streamingbereich (in Europa zu Amazon) abschob. Anzügliche Sexszenen waren wohl nicht der Grund: Dafür ist die Patricia-Highsmith-Verfilmung zu zahm. Wahrscheinlicher ist, dass der holprig erzählte Krimi über einen eifersüchtigen Parvenü und seine promiskuitive Gattin für zu schlecht gehalten wurde. Obwohl mit Adrian Lyne („9½ Wochen“) ein Pionier des gehobenen Softpornos Regie führte und zwei Stars (ein einschläfernd ausdrucksloser Ben Affleck, eine nervtötend laszive Ana de Armas) das Ehepaar verkörpern, ist das Ergebnis stümperhaft inszenierter Hochglanzmurks. (mt)

Purple Hearts

Von Elizabeth A. Rosenbaum, 2022
Zu sehen auf Netflix

Nicht den Trailer ansehen! Der verrät nämlich viel zu viel über „Purple Hearts“, und das auch noch in der falschen Reihenfolge. Kurz bevor er in den Irak geht, heiratet der Marine Luke (Nicholas Galitzine) die Musikerin Cassie (Sofia Carson) – aus finanziellen Gründen. Er braucht Geld, um Schulden aus seiner Drogenvergangenheit zu begleichen. Sie, um ihre Diabetes-Medikamente zu bezahlen. Obwohl sie sich eigentlich nicht leiden können, spielen sie ein Paar und entwickeln freilich bald Gefühle füreinander.

„Stolz und Vorurteil“ trifft Tu-so-als-ob, aber mit einem Dreh: Die Weltanschauung der Figuren ist wirklich sehr unterschiedlich. Die feministische Cassie lässt sich vom patriotischen Elite-Soldaten nicht mansplainen. Luke wiederum hält Cassie für ignorant und selbstgefällig. Aber es gibt auch etwas, was die beiden eint, und damit ist nicht Liebe gemeint. Beide Hauptfiguren haben Hemmungen, sich zu verlieben, weil sie anderen nicht vertrauen. Feinfühlig und nachvollziehbar zeigt der Film, wie es den beiden gebrannten Kindern doch gelingt.
Intelligente Liebesfilme sind selten. Diesen hier kann man sich ansehen, ohne das Hirn ausschalten zu müssen. (her)

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