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Interview

Ex-Skinhead Arno Michaelis: „Verletzte Menschen verletzen Menschen“

Selbstvergebung sei ein lebenslanger Prozess, so Arno Michaelis. Er habe vielen Menschen wehgetan.
Selbstvergebung sei ein lebenslanger Prozess, so Arno Michaelis. Er habe vielen Menschen wehgetan.Die Presse/Clemens Fabry
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Arno Michaelis hat eine der weltweit größten rassistischen Skinhead-Organisationen mitgegründet. Heute hat er sich losgesagt, schreibt Bücher, hält Workshops auf der ganzen Welt und hilft auch anderen dabei, die Szene zu verlassen. Mit der „Presse am Sonntag“ spricht er über seine Vergangenheit, Selbstvergebung und ein Leben nach dem Hass.

Sie wirken zufrieden.

Arno Michaelis: Tatsächlich geht es mir fantastisch. Ich bin Geschichtenerzähler und darf gerade durch die Welt reisen und von meinen Erfahrungen berichten. Ich halte Workshops über Mitgefühl und Depolarisierung und arbeite mit Menschen zusammen – darüber könnte ich nicht glücklicher sein.

Vor 30 Jahren sind Sie anderen Menschen mit Hass begegnet. Woher kam der?

Vieles in meiner Arbeit führt auf einen Grundsatz zurück: Verletzte Menschen verletzen Menschen. Ich glaube, dass jeder, der sich gewalttätig verhält, dies tut, weil er leidet. Und er findet keinen gesunden Weg, dieses Leid zu verarbeiten. So überträgt er es auf andere Menschen. Durch Gewalt, durch Hass, durch Feindseligkeit.