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"Lager des Wissens"

Kubischer Bau als Landmark

Das steirische Architekturbüro Pittino & Ortner gewinnt den Architekturwettbewerb für den neuen Bücherspeicher auf den Siemensgründen.(c) Pittino & Ortner (Visualisierung: Pittino & Ortner)
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Das steirische Architekturbüro Pittino & Ortner ging als Sieger des Architekturwettbewerbs für den neuen Bücherspeicher in Wien Floridsdorf hervor. Rund 37,8 Millionen Euro investiert die Bundesimmobliengesellschaft in den Holzhybridbau.

Die Wiener Universitäten bekommen mit Herbst 2024 einen gemeinsamen Bücherspeicher. Auf den Siemensgründen in Wien Floridsdorf errichtet bis dahin die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ein neues Magazin auf einer Nutzfläche von knapp 12.000 Quadratmetern mit Platz für rund 130.000 Laufmeter Bücher für mehrere Wiener Universitäten. Der neue Bücherspeicher soll die Innenstadtflächen von der Uni Wien, der Technischen Uni (TU) Wien, der Uni für angewandte Kunst Wien, der Akademie der bildenden Künste Wien sowie der Geologischen Bundesanstalt entlasten.

Kubischer Holzhybridbau

Vor kurzem wurde der Architekturwettbewerb entschieden, hieß es am Montag in einer Aussendung von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die als Bauherr sowie Liegenschaftseigentümer fungiert. Beim EU-weiten Architekturwettbewerb ging das steirische Architekturbüro Pittoni & Ortner als Sieger hervor: „Der kubische Baukörper steht als Solität zentral am Bauplatz und ist in seiner klaren Form identitätsstiftend und Landmark zugleich“, beschreiben die Architekten ihre Pläne für das „Lager des Wissens“.

Neubau für 130.000 Laufmeter Bücher

„Der Entwurf für das Bücherdepot sieht einen klimafreundlichen Funktionsbau mit architektonischem Anspruch vor. Wo es möglich ist, kommt Holz zum Einsatz, bei der Energiegewinnung wird auf lokal vorhandene, erneuerbare Ressourcen wie Erdwärme und Bauteilaktivierung gesetzt“, sagt der BIG-CEO Hans-Peter Weiss über den geplanten Holzhybridbau. „Die Fassade wird begrünt, das Dach flächendeckend mit PV-Paneelen ausgestattet.“

Visualisierung: Ansicht Ost des geplanten Bücherspeichers mit Kletterpflanzen an der Fassade.(c) Pittino & Ortner (Visualisierung: Pittino & Ortner)

Die sehr kompakte Bauweise des fünfstöckigen Gebäudes reduziert den Primärenergiebedarf und verringert den CO2-Ausstoss. Es kommen keine fossilen Brennstoffe zum Einsatz. Zur Energiegewinnung werden lokal vorhandene, erneuerbare Ressourcen wie Erdwärme mit Bauteilaktivierung genutzt, heißt es in der Aussendung. Eine durchdachte Lüftungsstrategie wirkt gegen Überhitzung im Sommer.

Die großflächige PV-Anlage auf dem Dach liefert eine Leistung von über 300 kWp, das in etwa durchschnittlichen Stromverbrauch von 65 Vier-Personen-Haushalten entspricht. Das Bücherdepot kann bei Bedarf bei laufendem Betrieb erweitert werden und eine lange Lebensdauer mit sich bringt.

Klimafreundliches Depot

Im Zuge des Bauprojekts sollen auch die bisherigen Magazinflächen der Uni Wien saniert und adaptiert werden, vor allem die beiden sogenannten Büchertürme. Durch die Auslagerung der dortigen Bestände sollen mehr als 5000 Quadratmeter zusätzliche, moderne Büroräumlichkeiten und IT-Arbeitsflächen für Studenten und Mitarbeiter geschaffen werden und bis Herbst 2026 unter dem Titel "u:lounges" entsprechend ausgestattete gemeinschaftliche Lern- und Studierzonen entstehen.

Visualisierung: Die meisten Bauteile werden vorgefertigt, das soll eine realtiv kurze Bauzeit ermöglichen.(c) Pittino & Ortner (Visualisierung: Pittino & Ortner)

Inklusive Ausstattung und Übersiedlung fallen dafür Gesamtinvestitionskosten in der Höhe von 37,8 Millionen Euro an. Für die Sanierung und Adaptierung der freiwerdenden Flächen an der Uni Wien sind inklusive Ausstattung 45,2 Millionen Euro veranschlagt, ab Herbst 2026 sollen dadurch zusätzliche 5300 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. (red.)