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Bundespräsidenten-Wahl

Marco Pogo wirbt mit Wasser statt Bier um Stimmen

"Dieses Wasser ist still - Dominik Wlazny ist es nicht" war auf den bei der Veranstaltung verteilten Wasserflaschen zu lesen.
"Dieses Wasser ist still - Dominik Wlazny ist es nicht" war auf den bei der Veranstaltung verteilten Wasserflaschen zu lesen.APA/GEORG HOCHMUTH
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Der Punkrock-Sänger startete seine Stimmensammlung für die Bundespräsidentschafts-Wahl auf der Wiener Mariahilfer Straße. Mit antialkoholischen Getränken wollte er „die Gegner verwirren“.

Am Dienstag ist Dominik Wlazny (alias "Marco Pogo") in das Rennen um die Hofburg gestartet. Auf der Wiener Mariahilfer Straße warb der "Turbobier"-Sänger um Wählerstimmen. Pro Kandidat müssen bis 2. September 6000 Wahlberechtigte ihre Unterstützung per Unterschrift beim Heimat-Gemeindeamt bekunden. Auf der belebten Flaniermeile animierte der Bierpartei-Gründer die Passanten unerwartet mit anitalkoholischer Erfrischung - laut Wlazny, um seine "Gegner zu verwirren".

Am Werbestand der Bierpartei betonte Wlazny, man wolle "Politik neu denken". Die Ereignisse der letzten Jahre hätten diesen "rebellischen Ansatz" in ihm reifen lassen: "Leute brauchen in Zeiten von Krisen mehr Zuversicht und Vertrauen". Er sei zwar kein Berufspolitiker, als "Familienmensch" aber der Meinung, der "Geldbeutel" dürfe "nicht darüber entscheiden, wer wie behandelt wird". Mit Sonnenbrille und offenen Haaren gab Wlazny sich "zuversichtlich, dass wir das schaffen". Passend zum Slogan auf den verteilten Wasserflaschen: "Dieses Wasser ist still - Dominik Wlazny ist es nicht".

Meinungsforscher sehen Wlazny auf Platz 2

Bereits in den vergangenen Tagen hatte Wlazny auf seinen Social-Media-Kanälen die Werbetrommel gerührt. Seine Bierpartei sorgte schon bei der Wiener Bezirksvertretungswahl 2020 mit 1,8 Prozent der gültigen Stimmen für Furore, im Oktober 2020 wurde Wlazny Bezirksrat in Simmering. In einem Interview im Oktober letzten Jahres bezeichnete Wlazny "Humor" als sein "Kommunikationsmittel". Seine politische Orientierung fasste er im Juni lapidar zusammen: "Ich stehe in der Mitte. Das ist auch der Platz an der Bar, wo man am nächsten zum Zapfhahn ist".

Auf die Frage, ob er sich als Staatsmann sehe, entgegnete Wlazny am Dienstag, es mache für ihn "keinen Unterschied, ob ich einen Punkrocker aus Peking oder einen Staatschef treffe". Einen Nachteil, dass er unter seinem bürgerlichen Namen anstatt seines Bühnennamens "Marco Pogo" kandidieren muss, sah er nicht. "Die Leute sind nicht blöd und kennen mittlerweile meinen bürgerlichen Namen." Das Gute sei: "Wenn man Dominik Wlazny wählt, kriegt man Marco Pogo gleich mit. Das ist wie eine Happy Hour."

Vor einigen Wochen bezeichnete der Meinungsforscher Peter Hajek den Mediziner und Kabarettisten als potenziellen Anwärter auf Platz zwei der BP-Wahl. Auf eine Prozentzahl als Wahlziel wollte sich Wlazny zum Sammelstart aber nicht festnageln lassen: "Ob ich jetzt 15, 25 oder 105 Prozent sage, macht keinen Unterschied". Dass er von etablierten Parteien mitunter belächelt werde, kränke ihn nicht. Vielmehr sei seine bisherige politische Laufbahn ein "vitales Zeichen der Demokratie". Auch in Linz, Graz und Innsbruck werben Freiwillige in den nächsten Wochen um Unterstützung für Wlazny.

(APA)