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"Nella"

Ermittlungen gegen zweiten Verdächtigen in Berlin im Fall Kellermayr

Mehr als einen Monat nachdem die deutsche Cyber-Expertin „Nella“ entscheidende Indizien zu „Claas“, dem mutmaßlichen Verfasser der Todesdrohungen gegen die Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, geliefert hat, wird jetzt in Berlin ermittelt.

Eine Hausdurchsuchung bei einem 59-Jährigen in Bayern und Ermittlungen in Berlin gegen einen amtsbekannten 31-Jährigen. Derzeit steht den deutschen Behörden zufolge noch nicht fest, ob der bereits einschlägig vorbestrafte Berliner auch wirklich der Verfasser der expliziten Droh-E-Mails ist. Zwei Wochen nach dem Tod von Lisa-Maria Kellermayr sind die Ermittlungen weiter als in den Monaten zuvor, als die Ärztin auf die ständigen Drohungen und Zwischenfälle in ihrer Praxis aufmerksam macht.

Erste Razzia: Am Freitag vergangene Woche wurde bei einem 59-jährigen Unternehmer eine Hausdurchsuchung durchgeführt. In seinen Mails soll er Kellermayr als "Kreatur“ bezeichnet haben, die vor ein "Volkstribunal" kommen solle. Laut den zuständigen Behörden in München zeigte sich dieser den Behörden gegenüber kooperativ. Anders als noch im Mai, als er dazu vernommen werden sollte und dies aber verweigerte. Der Generalstaatsanwaltschaft München zufolge, die erst letzte Woche den Fall übernahm (zuvor leitete die Staatsanwaltschaft Wels diesen fälschlicherweise nach Traunstein) werden die sichergestellten Datenträger noch ausgewertet.

In Berlin wird nun ermittelt, nachdem die Staatsanwaltschaft Wels ein Ermittlungsansuchen gestellt hat. Im Visier: Ein aus dem rechtsextremen Milieu 31-jähriger Mann, der einschlägig vorbestraft ist und laut aktuellen Informationen auch auf Bewährung ist. Derzeit steht aber noch nicht fest, ob er wirklich der Verfasser der E-Mails ist. Noch steht nicht fest, ob es sich tatsächlich um den vermeintlichen "Claas" handelt. Jener Hamburger, dessen Identität missbräuchlich für die Todesdrohungen verwendet wurde. Doch bis heute wurde kein Kontakt zu ihm aufgenommen. Weder von den deutschen noch von den österreichischen Behörden, wie er gegenüber der „Presse“ bestätigt.

Wie kommen die Behörden auf den 31-Jährigen?

Wie "Die Presse" Ende Juni berichtete, wurde die Cyber-Security-Expertin "Nella" auf den Fall Kellermayr über Twitter aufmerksam. Sie setzte sich mit ihr in Verbindung und machte sich auf Spurensuche. Im Gegensatz zur Landespolizeidirektion Oberösterreich war bei ihr beim Darknet nicht Schluss. Mit einer Osint-Abfrage und weiteren technischen Hilfsmitteln, schaffte sie es, binnen weniger Stunden, einen Tatverdächtigen und zwei weitere mögliche Opfer zu liefern. Eine weitere Ärztin aus Deutschland und eben auch "Claas".

In einem Protokoll lieferte sie dem österreichischen Verfassungsschutz DSN (Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst) ihre Ergebnisse. In Österreich reagierten die Behörden mit Kritik an "Nellas" Arbeit. Ihr stünden auch andere Mittel zur Verfügung als den Behörden, hieß es dazu aus dem Innenministerium. Dabei betonte sie mehrfach, dass sie im Fall Kellermayr nicht hacken musste. Nicht zuletzt kam der „Standard" bei seiner technischen Recherche zum selben Ergebnis wie "Nella".

 

>>> Standard.at bestätigt „Nellas“ Recherchen

 

 

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