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Kroatiens Ex-Premier Sanader bleibt vorerst in Salzburg

ExPremier Sanader Auslieferungsverfahren beantragt
SanaderREUTERS/REUTERS TV
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Der kroatische Ex-Premier Ivo Sanader wurde am Freitag in Salzburg festgenommen und sitzt nun in Auslieferungshaft. Außenminister Spindelegger rechnet damit, dass Sanader ausgeliefert wird.

Ein Richter des Landesgerichts Salzburg hat am Samstagvormittag die Auslieferungshaft über den kroatischen Ex-Premier Ivo Sanader verhängt. Das teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Barbara Feichtinger, mit. Die Auslieferungshaft dauere zumindest 14 Tage, sagte die Staatsanwältin.

Sanader war am Freitag auf der Tauernautobahn festgenommen und danach in die Justizanstalt Salzburg gebracht worden.

VP-Außenminister Michael Spindelegger sagte am Samstag, er rechne damit, dass Sanader ausgeliefert werde. Sanader sei in Österreich "zwei Stunden nach Vorliegen eines internationalen Haftbefehls" verhaftet worden, betonte Spindelegger. Ein kroatisches Auslieferungsbegehren liege vor, dann seien "die unabhängigen Gerichte am Zug". Die Angelegenheit sei zwar "unangenehm für die kroatische Führung", es sei aber auch "gut, dass jetzt die Gerichte das Wort haben", meinte der Außenminister.

Gleichzeitig würdigte Spindelegger den konservativen Ex-Premier: "Sanader hat in der Vergangenheit viel für Kroatien getan, um das Land zu europäisieren." Doch es sei auch "klar, dass er zur Verantwortung gezogen werden muss, sollte er sich bereichert oder sich etwas zuschulden kommen haben lassen".

Sanader unter Korruptionsverdacht

Gegen Sanader wird seit Monaten wegen Korruptionsverdacht ermittelt. Vorgestern, Donnerstag, wurde seine parlamentarische Immunität aufgehoben und danach ein internationaler Haftbefehl ausgestellt, da der Ex-Premier noch am gleichen Tag Kroatien fluchtartig verlassen hatte. Nachdem die österreichischen Behörden von einem Aufenthalt Sanaders in Österreich erfahren hatten, übernahm das Bundeskriminalamt die Zielfahndung. Die Festnahme in Salzburg sei aufgrund des Vollzugs eines internationalen Festnahmeersuchens der Staatsanwaltschaft Innsbruck für Kroatien angeordnet worden, hieß es seitens der Salzburger Staatsanwaltschaft.

Der Ex-Premier hatte zuvor ehemaligen Parteifreunden und Medien per SMS berichtet, dass er sich auf der Rückreise nach Kroatien befinde und nicht auf der Flucht sei. Bei seiner Verhaftung soll er nach kroatischen Medienberichten ein Flugticket für die USA in der Tasche gehabt haben.

 

(APA)