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Hausgeschichte

Grinzing: Eine Villa für die Kunst in der Natur

Die ehemalige Malerakademie Delug im Döblinger Bezirksteil Grinzing wurde rund sechzig Jahre nach ihrem Entstehen vor dem Abriss gerettet. Heute ist sie ein Wohnhaus.

Die Himmelstraße im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling ist bekannt für ihre prestigeträchtigen Bauten. Unter anderem ist hier die inzwischen veräußerte Hörbiger-Villa zu finden – und rund dreihundert Meter bergauf die ehemalige Malerakademie Delug, deren Gründer mit seinem Kollegium einst Adolf Hitlers Plänen in die Quere kam.

Seit Monaten ist eine frisch renovierte Wohnung in der Himmelstraße 30 zur Vermietung inseriert – zum Quadratmeterpreis von 20,69 Euro. Das gegen Ende der Spätgründerzeit zwischen 1910 und 1911 erbaute Haus zählt sowohl zu den ersten Stahlbetonbauten Wiens als auch zu den Hauptwerken des Architekten Friedrich Ohmann – und ging als Malerakademie Delug in die Geschichte der Wiener Bauten ein. Begründer und Namensgeber der Künstlervilla war Alois Johann Josef Delug, der ab 1898 dreißig Jahre lang als Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien wirkte. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen Anton Faistauer, Karl Sterrer und Wilhelm Dachauer. Der 1859 geborene Südtiroler (damals noch Österreich-Ungarn) plante unter anderem das Bozener Museum.

Schon von Weitem, etwa von den höhergelegenen Weingärten nahe dem Kahlenberg aus, ist der Dachpavillon ein Blickfang.Die Presse/Clemens Fabry

Absage an Hitlers Kunst

Gerüchten zufolge war Delug es, der Adolf Hitler einen Studienplatz an der Kunstuniversität verweigerte und ihm empfahl, eine Architekturschule zu besuchen, von welcher er ebenfalls abgelehnt wurde. Im Universitätsarchiv der bildenden Künste in Wien wird das nur teilweise bestätigt: „Delug hat diese Entscheidung sicher nicht allein getroffen, da im gesamten Professorenkollegium über die Zulassungen und Ablehnungen beraten wurde“, sagt Eva Schober, die Leiterin des Archivs, zur „Presse“.