Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Wien

Ukrainischer Botschafter: Polizei kündigt Schritte zu umstrittenem Seminar an

Ein Ukraine-Fortbildungsseminar der Wiener Polizei sorgte vergangene Woche für große Empörung seitens der ukrainischen Botschaft.Die Presse/Clemens Fabry
  • Drucken

Ein Ukraine-Seminar der Wiener Polizei löste große Empörung aus. Der ukrainische Botschafter sprach darüber mit Bundespolizeidirektor Takács, der versicherte, die Sache ernst zu nehmen.

Bundespolizeidirektor Michael Takács hat im Zusammenhang mit einer umstrittenen Ukraine-Fortbildungsveranstaltung der Landespolizeidirektion Wien die Einleitung von "Schritten" angekündigt. Das erklärte der ukrainische Botschafter in Österreich, Wassyl Chymynez, am Donnerstag. Eine Antwort des Wiener Landespolizeidirektors Gerhard Pürstl, den er brieflich zu einer Entschuldigung aufgefordert habe, sei noch ausständig, sagte der Diplomat.

Bei einem "sehr konstruktiven Gespräch" mit Bundespolizeidirektor Takács am Dienstag habe er über die ukrainische Empörung im Zusammenhang mit einer Veranstaltung der Wiener Polizei gesprochen. Bei dieser sei Vertretern der russischen Community die Möglichkeit gegeben worden, menschenfeindliche Propaganda zu verbreiten, erklärte Chymynez. "Ich habe als Antwort bekommen, dass die Bundespolizei die Sache ernst nimmt und dass einige Schritte eingeleitet wurden, damit so etwas in der Zukunft nicht mehr passieren wird", sagte der Botschafter.

Botschafter: Öffentliche Entschuldigung notwendig

Er habe Takács dabei auch gesagt, dass er auf eine Antwort auf seinen Brief an Landespolizeidirektor Gerhard Pürstl warte, dem er in der Causa ebenfalls geschrieben hatte. Chymynez hatte darin erklärt, dass er eine öffentliche Entschuldigung seitens der Landespolizeidirektion Wien für notwendig erachte, damit diese österreichische Behörde nicht selbst in Geiselhaft der russischen Propaganda gerate.

Bei der Wiener Polizei wollte man am Donnerstag keine Angaben zu einer Antwort Pürstls machen. "Der Brief des Herrn Botschafters war persönlich an den Landespolizeipräsidenten in Wien gerichtet, daher ergeht auch die Antwort persönlich an ihn", informierte die Behörde. Selbstverständlich werde diese - wie auch jede andere Veranstaltung der Landespolizeidirektion - evaluiert, antwortete die Pressestelle auf die Frage, ob es eine interne Untersuchung zum Seminar gebe.

Riesige Empörung bei ukrainischer Botschaft

Die Veröffentlichung von Ausschnitten einer internen Fortbildungsveranstaltung der Wiener Polizei hatte vergangene Woche für "riesige Empörung" in der ukrainischen Botschaft gesorgt. Denn: Vom "Koordinationsrat der Organisation russische Landsleute" (KSORS) nominierte Expertinnen und Experten hatten dabei Ende Juni 2022 das Wesen des ukrainischen Nationalismus erklärt. "Das sind Narrative, die die Legitimierung schaffen, Ukrainer zu töten", hatte ein Diplomat die Auftritte kommentiert.

Das von KSORS auf Facebook veröffentlichte Video war in Folge wieder gelöscht worden. Der Kreml-loyale Dachverband russischer Vereine bedauerte, dass die Veröffentlichung "eine einseitig negative Reaktion in den österreichischen Medien" hervorgerufen habe. Dabei sei das Seminar ausgewogen gewesen und habe verschiedene Standpunkte präsentiert, argumentierte der KSORS.

(APA)