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Neues Schuljahr

Ukrainische Kinder werden heuer schulpflichtig

ÖVP-Bildungsminister Polaschek bei der Pressekonferenz am Donnerstag.
ÖVP-Bildungsminister Polaschek bei der Pressekonferenz am Donnerstag.(c) IMAGO/SEPA.Media
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Auf bis zu 50.000 vertriebene Kinder bereitet sich das Bildungsministerium im neuen Schuljahr vor. Sie sollen vorrangig dem österreichischen Unterricht folgen.

Im vergangenen Schuljahr wurden rund 11.000 ukrainische Kinder und Jugendliche in das österreichische Schulsystem integriert – im kommenden Jahr könnten es ebenso viele oder mehr sein. Im Bildungsministerium bereite man sich aktuell auf bis zu 50.000 Kinder vor, sagte Ressortchef Martin Polaschek (ÖVP) am Donnerstag. Mit der Bildungssprecherin der Grünen, Sibylle Hamann und dem ÖVP-Integrationssprecher Ernst Gödl präsentierte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bereits getroffene bzw. geplante Maßnahmen, die die Integration der Vertriebenen mittel- und langfristig sicherstellen soll.

Schulpflicht

Neu ist im Gegensatz zum Vorjahr jedenfalls, dass die ukrainischen Kinder im neuen Schuljahr der österreichischen Schulpflicht unterliegen werden. Diese werde Polaschek zufolge „uneingeschränkt angewandt“. Im Vorjahr war man den ukrainischen Kindern teils noch „großzügig“ entgegengekommen, damit diese via Distance Learning dem Unterricht in der Ukraine folgen können. Heuer soll das zwar auch „ergänzend“ ermöglicht werden. Allerdings liege die Priorität auf dem österreichischen Unterricht. Weiterhin angeboten solle auch das Videodolmetschen für Eltern werden.

Förderangebot

82.000 Menschen aus der Ukraine hätten bisher in Österreich um Aufenthalt angesucht, 28.000 davon seien unter 17 Jahre alt, betonte Gödl. Mit weiteren fünf Millionen Euro aus EU-Geldern wird die Plattforn weiterlernen.at bis zumindest Ende April 2023 finanziert, über die etwa Endgeräte und unterstützendes Material zur Verfügung gestellt wird.
Zur Deutschförderung wurden im Vorjahr 211 Deutschförderklassen (DFK) geöffnet. Diese hätten „sehr gut funktioniert“, sagte Polaschek. Allerdings sind darin die Deutschförderkurse nicht einberechnet, die angeboten werden, wenn keine DFK zustandekommt (diese wird erst geöffnet, wenn mindestens acht Schüler einer Klasse Deutschförderbedarf haben). In Wien etwa hat man ukrainische Kinder in „Neu in Wien“-Klassen zusammengespannt.

Personal

Um die ukrainischen Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu unterstützen, kommt bereits (ukrainisch sprechendes) Assistenzpersonal über Sonderverträge zum Einsatz. Diese Regelung wird für ukrainische Pädagogen, Psychologen und Tagesbetreuer gelten. Auch pensioniertes Lehrpersonal, Quereinsteiger oder Studierende sollen vermehrt an die Schulen geholt werden. Zudem wurden – im Zuge der Corona-Pandemie – die Sozialarbeiter von 120 auf 240 aufgestockt.