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Interview

Ökologisch reisen bis zur letzten Meile

St. Wolfgang im Salzkammergut
St. Wolfgang im SalzkammergutGetty Images
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„Ein Urlaubsgast will nicht die Welt retten“, sagt Tourismusforscherin Herta Neiß. Aber er wünscht sich bei seinem Aufenthalt doch nachhaltige Angebote.

Die Presse: Sie haben sich in einem kürzlich beendeten Forschungsprojekt mit der Zukunft des Qualitätstourismus im deutsch-österreichischen Alpenraum befasst. Was ist dabei herausgekommen?

Herta Neiß:Wir sind mit unserem Projekt mitten in die Coronazeit gekommen, dabei hat sich vor allem gezeigt: Covid hat der Nachhaltigkeit einen Turbo gezündet. In den untersuchten Regionen in Österreich und Bayern sind die Gäste viel bewusster und fordern Nachhaltigkeit nahezu auch ein.

Dringt da nicht auch die Problematik der Klimakrise immer stärker durch?

Wir haben im ersten Coronajahr, 2020, eine ursprünglich nicht geplante Erhebung eingeschoben und Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher gefragt: „Was ist dir für diesen Sommerurlaub wichtig?“ 93Prozent wünschten sich, dass sich der Tourismus im deutsch-österreichischen Alpenraum vermehrt in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln sollte. Ebenso viele gaben an, dass ein nachhaltiger Tourismus für sie bei der künftigen Urlaubsplanung wichtig sei. Für den langfristigen kommerziellen Erfolg einer alpinen Tourismusdestination sind demnach nicht mehr nur die Pistenkilometer oder die Anzahl der Wanderwege ausschlaggebend. Der nachhaltige Umgang mit natürlichen und kulturellen Ressourcen wird zu einem relevanten Faktor, der darüber entscheidet, wie zukunftsfähig eine Tourismusdestination ist. An der Stelle muss man fragen: Was bedeutet Nachhaltigkeit, und wie empfindet der Gast sie? Ein Urlaubsgast will mit seiner Reise sicher nicht die Welt retten, aber er fragt sich vielleicht: Wie sind die Produkte beim Frühstücksbuffet? Was kommt aus der Region?

Was ist sonst noch wichtig?