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Streamingtipps

Filme, die (keine) Lust aufs Wandern machen

Monster, Schrecken, Seelenfrieden? Nicht jede Urlaubswanderung kann (zum Glück!) damit aufwarten. Im Film wird der Akt des Wanderns gern umso symbolischer aufgeladen: Fünf Tipps.

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Love and Monsters

Von Michael Matthews, 2020
Zu sehen auf Netflix

„Die Natur ist ziemlich schön – wenn sie dich nicht gerade umbringen will.“ Fasst der junge Joel seine jüngsten Lebenserfahrungen zusammen, nachdem er fast 150 Kilometer zu Fuß durch üppige Wälder und blühende Wildnis gewandert ist. Eine lohnende Trekking-Tour – wären da nicht die Rieseninsekten, die Menschen fressen und die meisten schon erwischt haben: Im schrägen Weltuntergangsszenario, das diese fantasievolle Monsterkomödie auffächert, haben die Menschen versucht, einen herannahenden Asteroiden mit Chemiewaffen zu beschießen, und damit erreicht, dass Kleintiere zu Ungetümen mutierten.

Die Überlebenden haben sich in Bunkerkolonien zusammengerottet. Der in Kampfesangelegenheiten unbeholfene Joel (Dylan O'Brien) hält es da nicht mehr aus: Vorbei an haushohen Schnecken, gefräßigen Mega-Kröten und aggressiven Asseln wandert er zur Kolonie seiner Teenagerfreundin. Survival-Profis lehren ihn unterwegs, die Geheimnisse dieser Natur zu deuten: Welche Farne helfen gegen Blutegel-Gifte? Und welche Monster wollen einen vielleicht gar nicht aufschlitzen oder zerquetschen? Ein strahlendes, warmherziges Plädoyer dafür, sich in die Wildnis zu wagen: Raus mit uns! (kanu)

Everest

Von Baltasar Kormákur, 2015
Zu sehen auf Netflix, Sky

Nein, man muss nicht überall rauf. Nein, der Mensch ist nicht für jeden Winkel des Planeten gemacht. Vor allem nicht für den allerhöchsten: Mit dieser Überzeugung kommt man aus dem Bergsteiger-Drama „Everest“ heraus, das auf dem Erlebnisbericht des 1996 fast erfrorenen Hobby-Alpinisten Beck Weathers und auf Funk-Berichten aus dem Everest-Basislager basiert. Zwei Expeditions-Anbieter locken ihre zahlungswilligen Kunden mit dem fast sicheren Versprechen, sie auf den Gipfel des Mount Everest zu führen. Übermut, grobe Fahrlässigkeit und schlechtes Wetter brauen sich zur Katastrophe zusammen, während die Gebirgsansichten von strahlend auf bedrohlich umschwingen. Jake Gyllenhaal, Josh Brolin u. a. kämpfen im Eis, während die Frauenfiguren (Robin Wright, Keira Knightley) am Telefon zittern: ein ernüchterndes Gipfelspektakel. (kanu)

Ich bin dann mal weg

Von Julia von Heinz, 2015
Zu sehen auf Netflix, Amazon

Wozu geht man den Jakobsweg? Aus sportlichem Ehrgeiz, zur Selbstfindung, Egopflege, wegen der Landschaft, aus religiöser Motivation? Den Komiker Hape Kerkeling trieb die Sehnsucht, mehr über sich und sein Verhältnis zu Gott zu erfahren, als er sich – aus gesundheitlichen Gründen zu einer Auszeit gezwungen – die Wanderschuhe anzog. Sein hoch persönlicher, unterhaltsamer Bericht wurde 2006 zum Bestseller. Dessen Verfilmung (mit Devid Striesow als Kerkeling) wird ihm nicht gerecht und bleibt ein eher oberflächlicher Spaziergang inkl. Kindheits-Biopic – der immerhin mit schönen Aufnahmen der nordspanischen Szenerie (und des überlaufenen Weges) aufwartet. (kanu)

Der große Trip – Wild

Von Jean-Marc Vallée, 2014
Zu sehen auf Disney+

Allzu viele Kalendersprüche durchziehen auch diesen Film, der ebenfalls das Weitwandern als Seelenkur darstellt – allerdings auf ehrlichere, dreckigere Art: Reese Witherspoon schnauft und schimpft sich in der Rolle der ehemals drogenabhängigen, trauernden und auch sonst recht kaputten Cheryl durch den 1600 Kilometer langen Pacific Crest Trail. Mit viel zu viel Gepäck (einem lächerlich großen Rucksack!), dass sie langsam ablegen muss – was sehr symbolisch ist, dabei aber nie zu didaktisch rüberkommt (Drehbuch: Nock Hornby). Beeindruckend gespielt, emotional wuchtig – und visuell ebenso. (kanu)

The Ritual

Von David Bruckner, 2017
Zu sehen auf Netflix

Viel wird da gewandert im britischen Horrorfilm „The Ritual“. Die raue Wildnis Nordschwedens ist schön, und die vier Collegefreunde, die gemeinsam die Asche eines fünften verstreuen wollen, sind sportlich. Wenn denn auch der etwas Pummelige unter ihnen recht bald stöhnt, dass es in England entlang der Wanderwege Pubs gebe. Hier dagegen: menschenleere Weiten.

Man müsste eigentlich wissen, dass man zwei Dinge unter keinen Umständen tun darf, wenn es beim Wandern gruselig wird. Erstens: den Weg verlassen (hier den Fernwanderweg Kungsleden). Und zweitens: sich aufteilen. Die Freunde machen natürlich beide Fehler – und im Wald bald unheimliche Entdeckungen. Ein ausgeweideter Elch hängt zwischen zwei Bäumen. „Eine Warnung“, meint einer der Freunde lapidar. Inzwischen werden sie von kollektiven Albträumen und okkult anmutenden Wunden geplagt. Und ein nicht einzuordnendes Wesen ist hinter ihnen her.

Aus dem Urlaub wird ein blutiger Trip, der nicht das Beste im Einzelnen zum Vorschein bringt. Packender Horror in Blair-Witch-Manier, nur das Ende der Netflix-Produktion ist leider doch etwas dick aufgetragen. (rovi)

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